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ZDF-Magazin "Frontal 21" exklusiv: "Vermummt und mit Steinen bewaffnet" / Interner Polizeibericht beschreibt bedrohliche Lage in Chemnitz (FOTO) © Bild:  obs/ZDF

ZDF-Magazin Frontal 21 exklusiv: Vermummt und mit Steinen bewaffnet / Interner Polizeibericht beschreibt bedrohliche Lage in Chemnitz

 
 
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Mainz (ots) -

Die Polizei in Chemnitz hatte am Montag, 27. August 2018, mit
einer intensiven Bedrohungslage zu tun. Das geht aus einem
sogenannten internen Lagefilm der Polizei hervor, den das ZDF-Magazin
"Frontal 21" einsehen und auswerten konnte (Sendung am Dienstag, 11.
September 2018, 21.00 Uhr). In dem Bericht ist detailreich
beschrieben, wie nach Demonstrationen von der AfD und der rechten
Bewegung "ProChemnitz" rechte Gewalttäter durch die Stadt
marodierten. Anlass war der gewaltsame Tod eines Chemnitzer Bürgers.
Der Einsatzbericht konterkariert Aussagen des sächsischen
Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, CDU. Dieser hatte im
sächsischen Landtag zu Chemnitz gesagt, "es gab keinen Mob, keine
Hetzjagd und keine Pogrome." Der Polizeibericht spricht von
"Vermummten", die sich "mit Steinen bewaffnen" und die "Ausländer
suchen" und ein jüdisches Restaurant überfallen.

Nach "Frontal 21"-Recherchen liefen am 27. August 2018 ab 19 Uhr
laut Einsatzbericht bei der Polizei mehrere Meldungen darüber ein,
dass gewaltbereite Hooligans aus anderen Bundesländern ins sächsische
Chemnitz anreisen: "Vermutlich handelt es sich um Personen, die
intensiv Kampfsport betreiben, gewaltsuchend sind." Zu dieser Zeit
kam es am Bahnhofsvorplatz schon zu Handgemengen. "Zwei Personen mit
Eisenstangen am Bahnhofsvorplatz in Richtung Brückenstraße
unterwegs." Die vor Ort agierenden Polizisten fragten gegen 20.30 Uhr
im Einsatzstab nach, welche Maßnahmen sie ergreifen sollen, wenn der
Hitlergruß gezeigt wird. Antwort der Zentrale: "1. Beweissicherung,
2. Strafverfolgung, 3. Einschreiten vor Ort nur bei Nichtgefährdung
des Gesamteinsatzes."

Aus dem Polizeibericht geht hervor, dass es zwischen 21 und 22 Uhr
mehrfach Versuche rechtsgerichteter Gewalttäter gab, linke
Demonstranten oder Ausländer zu attackieren. Um 21.42 Uhr heißt es in
dem Bericht: "100 vermummte Personen (rechts) suchen Ausländer." Die
Polizei suchte nach ihnen, fand aber offenbar nur deren abgestellte
PKW. 21.47 Uhr vermeldet der Bericht: "20 bis 30 vermummte Personen
mit Steinen bewaffnet in Richtung Brühl, Gaststätte 'Schalom'". Wie
mittlerweile bekannt ist, wurde das jüdische Restaurant angegriffen.
Das sächsische Landeskriminalamt bestätigte, dass der Wirt Anzeige
erstattet hat. Demnach wurde das Restaurant von etwa einem Dutzend
Neonazis überfallen. Die vermummten, in schwarz gekleideten Täter
hätten "Hau ab aus Deutschland, Du Judensau" gerufen und das Lokal
mit Steinen, Flaschen und einem abgesägten Stahlrohr beworfen. Der
Besitzer wurde während des Angriffs von einem Stein an der rechten
Schulter verletzt. Die Ermittlungen laufen.

Der Vorfall hatte, als er am Wochenende bekannt wurde, bundesweit
entsetzte Reaktionen ausgelöst. Inzwischen hat Ministerpräsident
Kretschmer angekündigt, dass er den Besitzer des jüdischen
Restaurants persönlich treffen wolle.

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Ansprechpartner: ZDF-Redaktion "Frontal 21", Christian Rohde,
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ID: 109226 | Quelle: ots | Datum: 11.09.2018

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