ZDF-Magazin "Frontal 21" exklusiv: "Hetzjagd-Video" von Chemnitz / Einer der Angreifer war Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens Securitas (FOTO) © Bild:  obs/ZDF/Svea Pietschmann

ZDF-Magazin Frontal 21 exklusiv: Hetzjagd-Video von Chemnitz / Einer der Angreifer war Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens Securitas

 
 
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Mainz (ots) -

Einer der Angreifer auf dem deutschlandweit bekannt gewordenen
Video, auf dem zu sehen ist, wie in Chemnitz Menschen gejagt werden,
war Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens Securitas. Das bestätigte
Bernd Weiler, Sprecher des Unternehmens, gegenüber dem ZDF-Magazin
"Frontal21" (am Dienstag, 11. September 2018, 21.00 Uhr): "Der
Vorfall und der Mitarbeiter sind uns bekannt." Securitas habe sich
schon Ende August nach einer Anhörung des Mitarbeiters und unter
Einbeziehung des Betriebsrats "mit sofortiger Wirkung von dem
Mitarbeiter getrennt, weniger als zwölf Stunden, nachdem uns das
Video bekannt wurde." Weiler begründete die Entscheidung des
bundesweit tätigen Sicherheitsunternehmens mit den Worten: "Securitas
Deutschland hat gegenüber rechtsradikaler oder fremdenfeindlicher
Gesinnung eine Null-Toleranz-Politik." Dies sei auch in den "Werten
und ethischen Grundsätzen von Securitas festgeschrieben". Diesen
Grundsätzen müssten sich alle Securitas-Beschäftigten bei ihrer
Einstellung verpflichten.

Auf dem Video ist zu sehen, wie der entlassene
Securitas-Mitarbeiter gemeinsam mit einem anderen Mann auf zwei
Menschen zurennt, die sie offenbar für Ausländer halten. Zu hören
sind Parolen wie "Haut ab", "Kanaken" und "Nicht willkommen". Mehrere
Asylsuchende, unter anderem einer der Angegriffenen, hatten gegenüber
dem ZDF angegeben, dass einer der Beteiligten als Sicherheitsmann in
einem Chemnitzer Flüchtlingsheim gearbeitet habe. Um die
Interpretation des Videos, das am 26. August 2018 am Johannisplatz in
Chemnitz entstanden ist, wird politisch heftig gestritten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel wertete die Übergriffe von Chemnitz als
"Hetzjagden". Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz
Hans-Georg Maaßen sprach in der BILD-Zeitung von Freitag, 7.
September 2018, davon, dass es keine Anhaltspunkte für Hetzjagden
gebe, bezweifelte überdies die Echtheit des Videos. Laut
Staatsanwaltschaft Dresden dauert die Auswertung der Videos an. Ein
mutmaßlich Geschädigter habe in diesem Zusammenhang Anzeige
erstattet, wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Die
Ermittlungen liefen, weitere Angaben wollte der Sprecher aus
datenschutzrechtlichen Gründen nicht machen.

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ID: 109142 | Quelle: ots | Datum: 11.09.2018

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