Rühe rechnet mit Merkel ab: Sie hat desaströs verhandelt / Der Ex-CDU-Generalsekretär im Stern: Die CDU verspielt ihre Zukunft

Rühe rechnet mit Merkel ab: "Sie hat desaströs verhandelt" / Der Ex-CDU-Generalsekretär im Stern: "Die CDU verspielt ihre Zukunft"

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Hamburg (ots) - Der frühere Verteidigungsminister und ehemalige
CDU-Generalsekretär Volker Rühe hat Bundeskanzlerin Angela Merkel
wegen ihrer Zugeständnisse an die SPD bei den Koalitionsverhandlungen
scharf angegriffen. In einem Gespräch mit dem Hamburger Magazin
"Stern" sagte Rühe: "Merkel hat für die Zukunft der CDU - und darum
sollte es ihr mehr gehen als um ihre eigene Gegenwart - desaströs
verhandelt!" Rühe ergänzte: "Helmut Kohl hätte so etwas nie
zugelassen."

Rühe vermisste bei Merkel insbesondere das strategische Denken bei
der Besetzung des künftigen Kabinetts. "Die SPD hat mit Andrea Nahles
und Olaf Scholz jetzt gleich zwei potenzielle Kanzlerkandidaten von
Gewicht für die Zukunft. Wenn man so will: zwei Asse für die Zukunft.
Wir haben nicht mal einen."

Der frühere CDU-Vize forderte von Merkel, nun "die wichtigsten
Positionen in Kabinett und Fraktionsführung mit potenziellen
Kanzlerkandidaten zu besetzen, die aber noch wichtige Erfahrungen
brauchen." Als Kandidaten nannte Rühe explizit die saarländische
Ministerpräsidentin Annegret Kamp-Karrenbauer sowie den
Parlamentarischen Staatssekretär im Finanzministerium, Jens Spahn,
der als Merkel-Gegner gilt. Für Rühe ist das kein Hindernisgrund, im
Gegenteil: "Die CDU braucht jetzt ein Zukunftsteam, keine
Ergebenheitstruppe". Merkel hatte am Wochenende angekündigt, bei der
Besetzung der CDU-Ministerposten auch jüngere Politiker zu
berücksichtigen. Sie will die Namen noch vor dem CDU-Parteitag
bekannt geben, der Ende Februar den Koalitionsvertrag billigen muss.

Rühe sagte im Gespräch mit dem "Stern": "Merkel macht einen
strategischen Fehler. Jeder muss mal aufhören. Wer Nachfolger
braucht, der muss auch Talente fördern, die zu Konkurrenten werden
können." Andernfalls gebe es keine zukünftigen CDU-Kanzler.

Scharf ging Rühe auch mit seiner Partei ins Gericht: "Mein Zorn
gilt nicht nur dem Verhalten von Angela Merkel, sondern genauso einer
weiteren CDU-Führung, die das alles geschehen lässt und die Zukunft
der CDU verspielt."

Diese Vorabmeldung ist nur mit der Quellenangabe stern zur
Veröffentlichung frei.



Pressekontakt:

Sabine Grüngreiff, Gruner + Jahr Unternehmenskommunikation, Telefon
040 - 3703 2468, gruengreiff.sabine@guj.de.

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ID: 86668 | Quelle: ots | Datum: 14.02.2018

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