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Marco Fuchs, Inhaber und CEO des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB, beschreibt, was das Unternehmen ausmacht, welche Werte und welche Philosophie gelebt werden und wie aus einer Garagenfirma innerhalb von 30 Jahren ein Milliarden-Konzern werden konnte.

Reisen ins All sind für die Menschheit eine Existenzfrage / OHB-Chef Marco Fuchs plädiert für weitere Erforschung des Universums (VIDEO)

 
 
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Bremen (ots) -

Am 20. Juli dieses Jahres jährt sich ein Ereignis zum 50. Mal, das
ich als eine der bedeutendsten Leistungen in der Geschichte der
Menschheit bezeichnen würde. Mit der Landung auf dem Mond ist es den
Menschen 1969 erstmals gelungen, sich von ihrem Heimatplaneten zu
entfernen und ihren Fußabdruck auf einem anderen Himmelskörper zu
hinterlassen. Dieses Ereignis war deshalb so bedeutend, weil damit
bemannte Missionen zu anderen Planeten nicht mehr allein der
Phantasie von Science-Fiction-Autoren entsprungen sein mussten. Es
war plötzlich eine reale Möglichkeit geworden, dass Menschen
Entdeckungsreisen ins Universum unternehmen - und sogar auf einem
weit entfernten Planeten landen.

ICH BEWUNDERE ELON MUSK FÜR SEINEN MUT

Heute sprechen wir fast schon mit einer gewissen
Selbstverständlichkeit über die Möglichkeit, Außenposten auf dem Mond
oder dem Mars zu gründen. Elon Musk, der visionäre Macher von SpaceX,
hat kürzlich angekündigt, 2025 auf den Mars umziehen zu wollen. Ich
habe das Glück, Elon ein wenig zu kennen und weiß deshalb, dass er
sich das wirklich vornimmt! Wie realistisch sein Vorhaben in der
gegebenen Zeit ist, kann ich allerdings nicht wirklich beurteilen.
Ich muss aber gestehen, dass ich ihn für seinen Mut bewundere.

Wenn man die Idee vom interstellaren Wohnortwechsel aber mal von
einer Metaebene aus betrachtet, stellt man fest: für den "Umzug" auf
einen anderen Planten gibt es handfeste Gründe. Neben dem
urmenschlichen Drang neue Lebensräume zu entdecken, besteht für die
Menschheit aus dem puren Drang zur Arterhaltung heraus die
unverzichtbare Notwendigkeit, über kurz oder lang den Planeten zu
verlassen. Es drohen jede Menge Gefahren, die aus der Erde entweder
schon in wenigen hundert oder erst in einigen Milliarden Jahren einen
Ort machen werden, an dem Leben kaum noch möglich sein wird. Und
somit müssen wir uns im Interesse der nachfolgenden Generationen
jetzt darüber Gedanken machen, wie wir in einer fernen Zukunft als
Gattung weiter existieren werden. Und vor allem: wo wir das tun
können.

ES GIBT REALE, EXISTENZBEDROHENDE GEFAHREN

Den wenigsten Menschen ist bewusst, dass Gefahren, die unseren
Planeten zu einem unwirtlichen Ort machen könnten, in einer
bedrohlich überschaubaren Zeitspanne drohen. Etwa durch die enorme
Zunahme der Weltbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten. Derzeit
wächst die Zahl der Menschen auf der Erde - aktuell sind es 7,7
Milliarden - pro Jahr um 1,9 Prozent. Setzt sich dieses Wachstum so
fort, würden wir, überspitzt formuliert, im Jahr 2100 Schulter an
Schulter stehen. Damit einher gehen Umweltprobleme, Ernährungsthemen,
der Klimawandel und damit ein weltweiter Anstieg der Temperaturen
sowie der Meeresspiegel, die die Probleme weiter verschärfen.

Eine reale, existenzbedrohende Gefahr geht auch von Asteroiden
aus, die auf Kollisionskurs mit der Erde gehen könnten. Eine
Bedrohung, die im Bewusstsein der Menschen ebenfalls kaum ernsthaft
vorhanden ist. Dabei gibt es im Universum Millionen von
Gesteinsbrocken, die im Fall einer Kollision jedes Leben auf der Erde
auslöschen würden. Ein solches Ereignis tritt im Mittel Gott sei Dank
nur alle 100 Millionen Jahre auf. Zuletzt traf ein solches Objekt die
Erde vor 66 Millionen Jahren. Damals starben 75 Prozent aller
Lebewesen auf der Erde aus, unter anderem die Dinosaurier. Als
Optimist, für den ich mich halte, gehe ich jedoch davon aus, dass der
Erfindergeist der Menschen dafür sorgen wird, Lösungen für all diese
Bedrohungen zu finden.

Doch irgendwann, in einer sehr weit entfernten Zukunft, wird auch
all unser Optimismus nichts mehr helfen. Denn irgendwann wird die
Erde als Lebensraum nicht mehr existieren, spätestens dann, wenn sich
in einigen Milliarden Jahren die Sonne zum roten Riesen aufbläht und
alle Planeten verschlingen wird. Oder die Milchstraße mit dem
Andromedanebel kollidieren wird. Kurzum: die Existenzfrage für unsere
Art stellt sich wie Anfangs erwähnt früher oder später. Und so lässt
sich auch begründen, weshalb die großen Raumfahrtagenturen Milliarden
für Wissenschaftsmissionen ausgeben.

GIBT ES EXOPLANETEN IM UNIVERSUM?

Nehmen Sie das Projekt "Plato" der ESA als Beispiel. Diese Mission
hat zum Ziel, mit einem von OHB entwickelten und gebauten Satelliten
ab dem Jahr 2026 nach Exoplaneten im Universum zu suchen - Planeten
also, die sich in einer sogenannten habitablen Zone um eine Sonne
bewegen. Plato wird diese Suche durch eine neue bildgebende
Technologie deutlich verbessern. Bislang kennen wir nur eine
überschaubare Zahl solcher Planeten - die meisten davon sind hunderte
bis tausende Lichtjahre von der Erde entfernt. Plato könnte dafür
sorgen, dass wir nicht nur noch lebensfreundlichere Himmelskörper
entdecken, sondern vielleicht auch solche, die in für Menschen
erreichbaren Entfernungen zur Erde liegen.

Der kürzlich verstorbene Physiker Stephen Hawking hat die
Menschheit in den vergangenen Jahren eindringlich dazu aufgefordert,
sich Alternativen zum Lebensraum Erde zu suchen. Er war der Meinung,
dass die Erde schon in gut 1000 Jahren unbewohnbar sein wird. Nicht
zuletzt aus diesem Grund war Hawking einer der Treiber hinter dem
Projekt "Breakthrough Starshot", das hauptsächlich vom russischen
Internet-Milliardär Juri Milner finanziert wird. Die Idee ist, einen
Schwarm von Kleinstsatelliten mit einem gewaltigen Laserstrahl von
der Erde aus so zu beschleunigen, dass sie ein Tempo von einem
Fünftel der Lichtgeschwindigkeit erreichen. So würden sie das
nächstgelegene Sternensystem Alpha Centauri, das rund vier Lichtjahre
von der Erde entfernt ist, in gut 20 Jahren erreichen. Ich bin sehr
stolz darauf, dass OHB einen Beitrag zu diesem Projekt leisten kann.
Die ersten vier Minisatelliten, die die Größe einer Briefmarke haben,
sind mit unserem Wissenschaftssatelliten Max Valier im Jahr 2017 zur
Technologieerprobung ins All geflogen.

DIE MÖGLICHKEIT, REISEN INS ALL ZU UNTERNEHMEN, WIRD FÜR DIE
MENSCHHEIT ZUR EXISTENZFRAGE

Noch ist Starshot freilich Zukunftsmusik. Der Bau dieses
Superlasers ist eine gewaltige technologische Herausforderung; von
den finanziellen Mitteln, die dafür aufgebracht werden müssen, ganz
zu schweigen. Doch eins ist gewiss: aus all den oben genannten
Gründen gibt es eine existenzielle Notwendigkeit für die Menschheit,
sich mit dem Thema Exploration in der Raumfahrt nachdrücklich zu
beschäftigen. Deshalb sind die öffentlichen Mittel, die in die
Förderung von Technologieentwicklungen in der Raumfahrt investiert
werden, auch sinnvoll ausgegeben. Mehr noch: angesichts der
geschilderten Herausforderungen ist es ein Akt der Vernunft, die
Anstrengungen dabei deutlich zu verstärken. Mit dieser Forderung
befinde ich mich übrigens in prominenter Gesellschaft - vor allem
Stephen Hawking hat eindringlich mehr Anstrengungen und Tempo
angemahnt, um interstellare Reisen zu ermöglichen. Ich bin überzeugt,
dass das Jahr 2019 mit dem Jubiläum der Mondlandung vor 50 Jahren ein
neues Bewusstsein dafür schaffen wird, wie wichtig und vor allem
überlebensnotwendig es für uns Menschen sein wird, die Suche nach
alternativen Lebensräumen im All zu verstärken. Die Möglichkeit,
Reisen ins All zu unternehmen, wird für die Menschheit somit zur
Existenzfrage.

Dazu werden die ersten wichtigen Schritte vorbereitet. Eine
Mondbasis wird uns künftig als Außenposten dienen, um sehr viel
unkomplizierter Raumschiffe für die Weiterreise ins All zu starten.
Der Mars ist dabei das nächste Ziel. Wir müssen aber auch erforschen,
wie Menschen die langen Reisen durch das Universum überleben und wie
sie gegen die Strahlenbelastung geschützt werden können.

Und so werden wir Menschen uns möglicherweise in den nächsten
hunderten von Jahren Schritt für Schritt weiter ins Universum
vorwagen - so wie es die Wikinger vor über 1000 Jahren auf ihrem Weg
nach Amerika per Schiff auch gemacht haben. Sie kamen erst bis
Grönland, haben dort Kräfte und Proviant gesammelt und sind dann
weiter gesegelt, bis sie Neufundland erreicht haben.



Pressekontakt:
Günther Hörbst
Leiter Unternehmenskommunikation
0421/2020-9438
guenther.hoerbst@ohb.de

Original-Content von: OHB SE, übermittelt durch news aktuell

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ID: 137443 | Quelle: ots | Datum: 10.04.2019

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