© Bild:  obs/Carl Zeiss AG

Quantentechnologie hat Potenzial zu einem der großen Innovationstreiber im 21. Jahrhundert

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Oberkochen (ots) -

- Enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Unternehmen
wesentlicher Erfolgsfaktor
- Rund 300 internationale Experten diskutierten zwei Tage bei
ZEISS in Oberkochen über Zukunft und Anwendungsfelder der
Quantentechnologien
- ZEISS Research Awards an Forscher aus der Schweiz verliehen

Für Dr. Ulrich Simon, Leiter Research & Technology der ZEISS
Gruppe, nimmt die Bedeutung der Quantentechnologien immer weiter zu.
Auf dem diesjährigen ZEISS Symposium "Optics in the Quantum World"
betonte er, dass "bislang die Möglichkeiten der Quantentechnologie
eher unterschätzt wurden". In einigen Gebieten werden in fünf bis
zehn Jahren erste, konkrete Produkte erwartet. "Die Innovationszyklen
werden immer kürzer. Und für Unternehmen wie ZEISS ist es wichtig,
sich früh genug zu engagieren. Das wird für uns schneller relevant
als noch vor wenigen Jahren gedacht. Vor allem die Quantensensorik
wird für unsere Felder Medizintechnik, Messtechnik und Mikroskopie
wichtig werden." Die Quantensensorik beschäftigt sich mit der
Entwicklung von Sensoren, die um ein Vielfaches präziser sind als
bisherige Sensoren.

Europa wird bei der Entwicklung der Quantentechnologien eine
wichtige Rolle spielen. Knapp die Hälfte der 300 Teilnehmer aus
Wissenschaft und Unternehmen erwartet laut einer Umfrage auf dem
ZEISS Symposium, dass 2030 Europa die weltweit führende Region für
Quantentechnologie sein wird. Für den Asien-Pazifik-Raum entschieden
sich knapp 39 Prozent, für Amerika 14 Prozent.

Prof. Dr. Michael Kaschke, Vorstandsvorsitzender der ZEISS Gruppe,
erklärt, warum das ZEISS Symposium den Fokus auf Quantentechnologie
legt: "Digitalisierung hat die Welt verändert und sie ist ein Produkt
der Quantentechnologie des 20. Jahrhunderts." Die erste Welle habe
Innovationen hervorgebracht wie Halbleitertechnologie und Laser.
"Viele glauben, dass die Quantentechnologie des 21. Jahrhunderts zu
einer zweiten Welle führt, die die Welt verändern wird." Als
wesentlichen Erfolgsfaktor dafür sieht er vor allem die enge
Zusammenarbeit von Wissenschaft und Unternehmen. Genau dazu hat das
ZEISS Symposium "Optics in the Quantum World" beigetragen. Zum
zweiten Mal nach 2016 war ZEISS Gastgeber eines hochkarätigen
Symposiums für den Austausch zwischen internationalen Forschern und
Unternehmensvertretern. Zwei Tage lang waren die Experten in
Oberkochen vor Ort.

Quantensensorik ist am weitesten Zu Beginn des Symposiums stellten
die Keynote-Redner Dr. Heike Riel, (IBM Research Schweiz), Prof. Dr.
Jörg Wrachtrup (Universität Stuttgart) und Prof. Dr. Christine
Silberhorn (Universität Paderborn) jeweils den aktuellen Stand ihrer
Forschungsarbeit vor. In Workshops wurde der Austausch zu Themen wie
Quantencomputer, Quantensensorik und Quantenkommunikation
fortgesetzt. Die Ergebnisse dieser Zusammenkunft werden nun
ausgearbeitet und anschließend als Whitepaper auf der ZEISS Website
veröffentlicht.

Auf dem abschließenden Panel des Symposiums diskutierten neben den
drei Keynote-Rednern des Vormittags auch Dr. Michael Bolle,
Forschungschef von Bosch, sowie Dr. Wilhelm Kaenders, Chef des
Unternehmens Toptica Photonics. Bolle kann sich bereits in fünf
Jahren erste Quantensensoren als Produkte am Markt vorstellen.
Kaenders betonte, Europa brauche Leuchtturmprojekte, um die
Öffentlichkeit zu überzeugen, warum Steuergelder für
Quantentechnologie ausgegeben werden. Zudem forderten die
Panel-Teilnehmer mehr Anstrengungen, um Physiker und Ingenieure
besser zu vernetzen und den Aufbau eines Ökosystems, um die
Zusammenarbeit von Forschung und Praxis zu stärken.

Quantenphysiker aus der Schweiz mit renommiertem Preis
ausgezeichnet

Wie gut aufgestellt Europa in der Wissenschaft bereits ist, zeigen
die beiden Preisträger des diesjährigen ZEISS Research Awards. Mit
Tobias Kippenberg, Professor am Laboratory of Photonics and Quantum
Measurements der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne
(EPFL), und Jean-Pierre Wolf, Professor am Institut for Biophotonics
der Universität Genf, wurden zwei Forscher ausgezeichnet, die seit
Jahrzehnten im Bereich der Quantenphysik arbeiten.

Wetter kontrollieren und Lichtstrahlung an Bewegungen koppeln

Laudator Dr. Jürgen Mlynek, Professor an der Humboldt-Universität
zu Berlin und früherer Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, betonte
das Besondere in den so unterschiedlichen Arbeitsgebieten beider
Preisträger. Wolf nutze den Laser nicht nur zum Messen von
Wetterphänomenen, sondern auch, um diese zu verändern und zu
kontrollieren. Sein Ziel ist unter anderem, Blitze gezielt
auszulösen, deren Einschlag zu steuern sowie Wetterextreme vermeiden
zu können. Kippenbergs Forschung hingegen hat gezeigt, dass mit Hilfe
von Mikroresonatoren die Lichtstrahlung mittels des schwachen
Lichtdruckes an kleinste mechanische Bewegungen gekoppelt werden
kann. Übrigens: Vier frühere Gewinner des ZEISS Research Awards
erhielten anschließend den Nobelpreis.

Das Quantensymposium ist Teil der Anfang dieses Jahres gestarteten
ZEISS Initiative 2018 "Bildung Neu Denken". Hierzu wird es fast
monatlich weitere Veranstaltungen geben. Dazu gehören unter anderem
das MINT-Festival in Jena sowie die "Robotic Innovation Challenge" am
Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Eine eigene Website
informiert über die Initiative.

Weitere Information und Pressebilder:

ZEISS Symposium: www.zeiss.com/symposium

http://ots.de/cu7FaG

ZEISS Research Award: Website: www.zeiss.de/zeissresearchaward

Pressemeldung: Bekanntgabe ZEISS Research Award Gewinner vom
15.02.2018: http://ots.de/PS0QCS

ZEISS Initiative 2018 "Bildung neu Denken": www.zeiss.de/bildung



Ansprechpartner für die Presse:

ZEISS Gruppe
Jörg Nitschke, Pressesprecher
Tel. +49 7364 20-3242
E-Mail: joerg.nitschke@zeiss.com

Original-Content von: Carl Zeiss AG, übermittelt durch news aktuell

ID: 96422 | Quelle: ots | Datum: 20.04.2018

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