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NOZ: Profiler Axel Petermann: Faber ist der realistischste TV-Kommissar

 
 
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Osnabrück (ots) - Profiler Axel Petermann: Faber ist der
realistischste TV-Kommissar

Experte: Dortmunder Ermittler sucht die Spur hinter der Spur -
Polizeiarbeit beeinflusste auch das Privatleben: Nackte Prostituierte
klingelte an der Haustür

Osnabrück. Axel Petermann (66), langjähriger Profiler und Leiter
der Bremer Mordkommission, hält den Dortmunder Tatort-Kommissar Peter
Faber, gespielt von Jörg Hartmann, für den realistischsten Kommissar
im deutschen Fernsehen. Wie er selbst es gelernt habe, versuche auch
Faber, "auf der Spur zu arbeiten", sagte der 66-Jährige im Interview
mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Man kommt zu einem Tatort,
stellt fest, was dort geschehen ist - welche Spuren können gesichert
und untersucht werden und geben möglicherweise Hinweise auf den
Täter? Man vernimmt Zeugen, guckt in die Biografie des Opfers, ob
sich daraus ein Motiv ergibt, macht Vernehmungen und versucht
letztendlich, Sachspuren und Personalbeweis in einen Einklang zu
bringen und eine Indizienkette zu schaffen, die auch vor Gericht
standhält." All dies werde auch von Faber beherzigt.

Zudem suche der Dortmunder Tatort-Kommissar die Spur hinter der
Spur, führte der Tatort-Analytiker aus: "Welche Bedürfnisse hatte der
Täter? Welche Fantasien und Absichten könnten dahinterstecken? Er
beginnt zu rekonstruieren, indem er sich in das Tatgeschehen
hineindenkt und versucht, einen plausiblen Ablauf zu finden. Das
gefällt mir, weil es eben auch mein Ansatz ist." Für ihn selbst habe
die Polizeiarbeit immer wieder tiefgreifende Folgen auch für sein
Privatleben gehabt, berichtete Petermann weiter. Wie den Umzug aus
der Bremer Innenstadt aufs Land: "Wir wohnten in Bremen in dem
Viertel am Weserstadion, wo ich mich wirklich pudelwohl fühlte und
von wo ich eigentlich nie weggegangen wäre. Aber meiner Frau wurde es
irgendwann zu viel, dass Menschen, mit denen ich beruflich zu tun
hatte, auch dort wohnten und sie ansprachen, wenn sie mit dem
Kinderwagen unterwegs war."

Häufig habe es dabei eine direkte Verbindung zu seinen Fällen
gegeben, sagte Petermann: "Da hat auch mal die Mutter eines Mörders
den Kontakt zu ihr gesucht. Ein anderes Mal stand eine Prostituierte,
die von ihrem Freier verprügelt worden war, splitterfasernackt vor
unserer Tür und wollte reingelassen werden. Irgendwann hat mir meine
Frau gesagt, dass sie das nicht mehr haben und entweder nach Hamburg
oder ins Landschaftsschutzgebiet ziehen wolle. Deshalb wohnen wir
heute auf dem Land."

Vor wenigen Wochen hat Petermann seinen ersten True-Crime-Thriller
"Die Elemente des Todes auf den Markt gebracht". Wegen akuter
gesundheitlicher Probleme musste er die Lesereise dazu jedoch
unterbrechen.



Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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ID: 117785 | Quelle: ots | Datum: 10.11.2018

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