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Häusliche Gewalt: Jeden Tag sterben in Lateinamerika 220 Kinder durch Gewalt in der Erziehung

 
 
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#GIVEKIDSAVOICE
http://ots.de/icwBo3
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München (ots) - Während in den westlichen Industriestaaten Gewalt
in der Erziehung gesellschaftlich immer weniger akzeptiert ist,
sterben in Lateinamerika jeden Tag 220 Kinder an den Folgen. Das
vermelden die SOS-Kinderdörfer und ziehen eine traurige Bilanz: Jedes
zweite minderjährige Todesopfer häuslicher Gewalt weltweit stirbt in
Lateinamerika. "Das sind alarmierende Zahlen, die in Deutschland die
Nachrichtenseiten füllen würden, in Lateinamerika sind sie trauriger
Alltag", sagt Teresa Ngigi, Psychologin und Trauma-Expertin bei der
Hilfsorganisation.

Hinter den schweren Gewalttaten stecke eine patriarchalische
Mentalität. Kinder müssten demnach mit Härte und Schlägen erzogen
werden. "Das hat schwerwiegende Folgen für die Kinder. Für ihren
Körper, ihre Psyche, ihre Zukunft, aber auch die Gesellschaft", sagt
Ngigi. Denn die Gewalt werde von Generation zu Generation
weitergegeben. Und sie habe verheerende Folgen für die Kinder.

"Die große Mehrheit der Opfer leidet unter Depressionen, Angst,
Aggression und Konzentrationsstörungen", sagt Ngigi. "Die
Wahrscheinlichkeit, dass die Gewalt später zu Abhängigkeiten führt
und dass diese Kinder später selbst Gewalt anwenden oder straffällig
werden, ist extrem hoch."

In Deutschland gibt es seit November 2000 ein Gesetz, dass
"körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere
entwürdigende Maßnahmen" verbietet. In Lateinamerika werde über die
Misshandlungen meist hinweggesehen: "Wir gehen davon aus, dass in
Mexiko sechs von zehn Kindern regelmäßig häusliche Gewalt erleben, in
El Salvador und Chile sogar sieben von zehn", sagt Ngigi. In Paraguay
hielten mehr als die Hälfte aller Jungen und Mädchen Prügel gar für
notwendig für ihre Entwicklung, und die Hälfte aller Mädchen in der
Region erkläre, dass häusliche Gewalt für sie normal sei. Was diese
Kinder noch nicht wissen könnten: "Die Gewalt, die sie erfahren, wird
lebenslange Narben hinterlassen", sagt Ngigi.

Um den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, brauche es
vielfältige Maßnahmen: "Als Kinderhilfswerk nehmen wir zum Beispiel
Einfluss auf die Regierungen, damit sie entsprechende Gesetze
erlassen. Außerdem betreiben wir Anlaufstellen für betroffene Kinder,
klären Eltern über die Folgen von Gewalt in der Erziehung auf und
stehen ihnen beratend zur Seite", sagt Ngigi.

Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Gewalt und auf eine
beschützende Familie. Die SOS-Kinderdörfer rufen mit ihrer Aktion
#GiveKidsAVoice alle Kinder dazu auf, ihre Stimme für ihre Rechte zu
erheben.

Erfahren Sie hier, was hinter dieser Aufforderung steckt:
https://www.givekidsavoice.de/



Pressekontakt:
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Boris Breyer
Stellvertretender Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-287
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell

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ID: 134442 | Quelle: ots | Datum: 17.03.2019

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