Das Erste: Weltspiegel - Auslandskorrespondenten berichten Am Sonntag, 18. Februar 2018, 19:20 Uhr vom BR im Ersten

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München (ots) - Moderation: Natalie Amiri

Geplante Themen:

Iran: Protest gegen die Regierenden
Irans Präsident Rohani steht unter enormem Druck, denn die
Bevölkerung zeigt sich zunehmend unzufriedener: Die Konservativen
werfen ihm Nähe zum Westen vor, Menschen aus ärmeren Schichten spüren
keine wirtschaftliche Verbesserung nach dem Ende der Sanktionen. Und
viele Iraner, die in den letzten Wochen laut auf der Straße
protestierten, stehen schon lange nicht mehr hinter dem System. Im
Kontrast dazu fanden die Feiern zum 39. Jahrestag der Islamischen
Republik statt: inszenierte Volksfestatmosphäre, bei der auch Kritik
an den führenden Politikern erlaubt ist - bis zu einem gewissen Maß.
Dort sagt uns Ebrahim Asgharzadeh, einer der Botschaftsbesetzer vor
39 Jahren und damit Veteran der Islamischen Revolution: "Die Menschen
haben recht, auf der Straße zu protestieren." Und so denken
inzwischen auch viele Unternehmer des Mittelstandes, wie Hamed Souri:
Er kommt aus Kermanschah, einer Region in der es kaum Arbeitsplätze
gibt, und kaum Industrie. Er hatte eine Firma, über 100 Angestellte,
seine Rechnungen wurden - vor allem vom Staat - nicht gezahlt. Jetzt
steht er vor dem Ruin. Um vor der Steuerbehörde, die hohe Forderungen
an ihn stellt, zu fliehen, hat er seine gesamten Maschinen gepackt
und in einer Halle versteckt.
Autorin: Natalie Amiri, ARD Teheran

Irak: Wiederaufbau eines kaputten Landes
Er will die Geschichte des Comebacks seiner Heimatstadt Mossul
erzählen: Ali al-Baroodi radelt an Trümmern und Schutt vorbei, hält
an Orten an, die Hoffnung machen, fotografiert sie; vor allem das,
was unter der Schreckensherrschaft der Terrormiliz Islamischer Staat
verboten war: Musikevents, Kunst, Bücher, Malerei. Der Uni-Dozent
machte auch in den Jahren des IS-Terrors Fotos und riskierte damit
sein Leben. Heute gelten sie als wertvolle Dokumente der
Zeitgeschichte. Ali will nach vorn schauen, hilft beim Wiederaufbau
der Bibliothek, möchte mit seinen Fotos einen kleinen Beitrag dabei
leisten, Lebensfreude in seine Stadt zurück zu bringen.
Autor: Daniel Hechler, ARD Kairo

Türkei: Die Bühne der Frauen - Eine ungewöhnliche Theatergruppe
Die 60-jährige Ümmiye Kocak führt ein klassisches Leben als Bäuerin,
mitten im anatolischen Hochland: frühe Heirat, Kinder, Feldarbeit.
Doch als eines Tages eine Theatergruppe in ihrem Dorf Station macht,
ändert sich ihr Leben plötzlich schlagartig: Sie beschließt, selbst
eine Theatergruppe zu gründen - und zwar ausschließlich mit Frauen
besetzt. Ihr Ziel: die Stimme der Frauen in der ganzen Türkei hörbar
zu machen. Mit selbstgeschriebenen Theaterstücken touren die
Dorffrauen seit einigen Jahren durch das Land - und versuchen
verstaubte Klischees, soziale Konflikte und gesellschaftliche Tabus
spielerisch dem Publikum näher zu bringen. Katharina Willinger
begleitet die Frauentheatergruppe auf ihrer Reise nach Hakkari, in
den kurdisch geprägten Südosten der Türkei, wo seit Jahren ein
blutiger Kampf zwischen türkischem Militär und der verbotenen
Terrororganisation PKK tobt.
Autorin: Katharina Willinger, ARD Istanbul

USA: Billy Barrs Klima
Billy Barr zog nach Colorado, weil er nicht mit den vielen Menschen
zu Hause in New Jersey umgehen konnte. Er suchte die Einsamkeit. Da
war er 23 Jahre alt. Aber als dann der erste Winter in den Rocky
Mountains kam, wurde ihm die Zeit in dem abgelegenen Tal doch lang,
also begann er Schnee zu messen, mit ganz einfachen Mitteln: einem
Zollstock für den Neuschnee und einem Eimer, um auf einer Waage den
Wassergehalt zu bestimmen. Tag für Tag macht sich der heute
67-Jährige Notizen, seit 1973. "Ich liebe Zahlen", sagt er
schmunzelnd. Aber über all die in schlichten Notizheften notierten
Daten hat er nie viel Wind gemacht. Dabei kamen jeden Sommer
unzählige Wissenschaftler nach Gothic. Früher war hier eine
Silbermine, jetzt ist es ein Forscherdorf. Ganz in der Nähe steht
Billys Hütte. Als einer der Wissenschaftler durch Zufall von Billys
gesammelten Daten erfuhr, war das Staunen groß: Seine
Langzeitbeobachtungen helfen den Forschern, Veränderungen des Klimas
einzuordnen.
Autorin: Claudia Buckenmaier, ARD Washington D.C.

Ukraine: Warten auf Gerechtigkeit
"Gesetz. Ehre. Würde" - diese drei Worte stehen auf dem Wappen des
ukrainischen Generalstaatsanwaltes. Drei Worte der Hoffnung, an die
Demonstranten glaubten, als sie sich auf dem Maidan versammelten.
Drei Worte eines Versprechens, das die neue Führung der Ukraine den
Demonstranten gegeben hatte. Doch das Warten auf Gerechtigkeit dauert
an, auch für Svitlana Kyrillasch: Sie erlebte, wie ihr Mann, ein
Journalist, auf dem Maidan von Schlägerbanden des
Janukowitsch-Regimes getötet wurde. Der Mörder verübte anschließend
weitere Verbrechen, doch ins Gefängnis kam er nie - vermutlich
aufgrund seiner nach wie vor exzellenten Beziehungen zu
Staatsbeamten. Er wurde nicht als Mörder, sondern nur als Hooligan
verurteilt.
Autorin: Golineh Atai, ARD Moskau

Demokratische Republik Kongo: Eleganz im Elend
Gucci, Yamamoto, Gaultier - das muss es schon sein, wenn man zu "La
Sape" gehört. "La Sape" heißt so viel wie "Die Gesellschaft der
Unterhalter und der eleganten Personen". Beheimatet sind die
"Sapeurs" in der Demokratischen Republik Kongo. Unterhalter? Elegant?
In einem Land, das fast nur mit seinen blutigen Kriegen um Rohstoffe
und politische Willkür auf sich aufmerksam macht? Für die Sapeuse
Barbara Kasende kein Widerspruch: Zwar lebt sie in einem Slum der
Hauptstadt Kinshasa und hatte es nicht leicht im Leben, aber mit
ihrer Erscheinung in teurer Designerkleidung will sie ein Statement
für eine bessere Welt abgeben. Und ihre Fans feiern sie dafür.
Autorin: Sabine Bohland, ARD Nairobi

Redaktion: Dr. Brigitte Abold

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Pressekontakt:
BR-Pressestelle, E-Mail: presse@br.de

Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell

ID: 87002 | Quelle: ots | Datum: 15.02.2018

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