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Come back and stay? Das Vinyl-Revival im Faktencheck

 
 
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Die Studie zum Download
http://ots.de/FHkCPa
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Düsseldorf (ots) - Sie sind das Gegenteil von praktisch, und
längst kann man Musik günstiger, mobiler, platzsparender und schlicht
bequemer hören als per Schallplatte. Dennoch hat Vinyl in den letzten
Jahren ein beachtliches Comeback gefeiert. Ist die Rückbesinnung auf
die Haptik nur ein vorübergehender Hype oder manifestiert sich hier
eine nachhaltige Nische im Musikmarkt?

- Fast 40 Prozent der Deutschen hören wieder Vinyl.
- Vinyl-Hörer sind Musikliebhaber: Verbraucher, die Schallplatten
hören, nutzen auch andere Audio-Formate überdurchschnittlich stark.
- Der Trend zurück zur Haptik hält die Digitalisierung des
Musikmarkts jedoch nicht auf, Konsumenten nutzen digitale und analoge
Formate komplementär.

Bekanntermaßen leben Totgesagte länger. Demnach schickt sich die
gute alte Vinyl-Schallplatte vermutlich an, unsterblich zu werden.
Denn im Gegensatz zu anderen Unterhaltungsmedien, wie beispielsweise
Zeitschriften, bekam Vinyl nicht erst mit Aufkommen des Internets als
Massenmedium Konkurrenz: 1981 stellte Philips auf der Internationalen
Funkausstellung in Berlin die Compact Disc vor. Den Verbrauchern
verhieß die CD digitale Musik ohne Rauschen und den Labels größere
Gewinnmargen, da CDs in der Herstellung deutlich günstiger als
Schallplatten sind. Entsprechend drastisch sank der Absatz der
schwarzen Scheiben.

Lange war Vinyl eine winzige Nische für Nostalgiker und es wäre
nicht verwunderlich gewesen, wenn spätestens das Aufkommen des
mp3-Formats und der Streaming-Dienste die vergleichsweise teuren,
unhandlichen Schallplatten endgültig beerdigt hätten. Doch dem
aktuellen Media Consumer Survey von Deloitte zufolge hören 39 Prozent
der Deutschen wieder Platten. 12 Prozent greifen sogar mindestens
einmal pro Woche zum Plattenspieler - davon sind übrigens 2017 in
Deutschland auch wieder 117.000 Stück verkauft worden.

Ein beispielloses Comeback

"Das Comeback der Schallplatte fällt überraschend deutlich aus.
Offensichtlich ist bei vielen Mediennutzern der Wunsch nach einem
,echten' Nutzungserlebnis vorhanden, gewissermaßen als Gegenentwurf
zu digitalen Angeboten, die Content immer und überall verfügbar
machen", sagt Klaus Böhm, Leiter Media & Entertainment bei Deloitte.
"Die Ergebnisse unseres Media Consumer Survey zeigen zudem eine
Renaissance weiterer haptischer, zum Teil schon totgeglaubter
Medienprodukte." So blieb die Anzahl der Leser gedruckter
Tageszeitungen trotz der steigenden Akzeptanz von E-Paper und
Online-News zuletzt stabil. Ähnliches ist im Zeitschriften-Segment zu
beobachten. Und die Nutzung gedruckter Bücher nahm sogar in den
vergangenen beiden Jahren in fast allen Altersgruppen zu.

Der Trend geht zu einer friedlichen bis konstruktiven Koexistenz
zwischen digital und analog: "Bei der Frage nach digitaler versus
traditioneller Mediennutzung stehen die Zeichen auf ,Sowohl als
auch'. Schließlich ergänzen sich beide ideal: So ermöglichen
Streaming-Dienste den flexiblen Zugriff auf ein gefühlt unbegrenztes
Content-Angebot und sind ideale Begleiter für den Medienkonsum
unterwegs. Zu Hause schätzen viele Nutzer dagegen die gedruckte
Zeitung am Frühstückstisch oder genießen eine Schallplatte bei einem
Glas Wein am Abend", erläutert Klaus Böhm.

Vinyl ist also wieder da. Doch es mehren sich die Anzeichen, dass
der kleine Analog-Boom an seine Grenzen stößt. Die ersten
Plattenläden haben bereits wieder geschlossen. Ist der Hype
vielleicht schon wieder vorüber? Deloitte hat die Fakten hinter dem
Phänomen "Vinyl-Comeback" unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten
untersucht.

Lieb und teuer - ein altes Format wird zum neuen Premiumsegment

"Vinyl-Hörer sind meist Musikliebhaber, die auch andere
Audio-Formate überdurchschnittlich häufig nutzen", beschreibt Ralf
Esser, Research-Leiter TMT bei Deloitte, die Nutzer. "Musik ist für
diese Verbrauchergruppe ein Hobby und dementsprechend ist sie bereit,
Geld für hochwertige Produkte mit Sammlercharakter auszugeben." Die
Musikindustrie bemüht sich zunehmend, dieses neue Premiumsegment mit
attraktiven Angeboten zu versorgen.

Musiker und Labels tragen dem Schallplatten-Comeback Rechnung und
schmücken ihre Neuveröffentlichungen wieder zunehmend mit attraktivem
Artwork, bedruckten Innenhüllen und aufklappbaren Gatefold-Covern.
Für diese Angebote wird in der Regel ein Mehrfaches des Preises von
CDs oder mp3-Downloads aufgerufen und auch bezahlt, sehr zur Freude
von Künstlern und Plattenfirmen.

Zurückgekommen, um zu bleiben?

Seine Rückkehr hat Vinyl allerdings nicht unbedingt einer Reihe
zahlungskräftiger Nostalgiker zu verdanken. Die meisten
Intensiv-Nutzer, die täglich Platten hören, finden sich mit 9 Prozent
in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen, dicht gefolgt von den
19- bis 24-Jährigen. Dass die Begeisterung für das Format auch bis in
die jüngeren Alterssegmente durchschlägt, spricht für die
Zukunftsfähigkeit von Vinyl.

Ralf Esser warnt jedoch vor zu viel Euphorie: "Nach Jahren
stetigen Wachstums stehen die Zeichen nun erst einmal auf
Konsolidierung. Die beteiligten Akteure sollten das weitere Potenzial
daher realistisch einschätzen. Wir gehen derzeit von einer
adressierbaren Zielgruppe in Deutschland von rund sieben Millionen
Konsumenten über 15 Jahren aus." Die große Masse der Mediennutzer
wird also weiterhin andere Zugänge zu Musik bevorzugen als die
Schallplatte. Die Nachteile von Vinyl sind schließlich recht
gravierend: Schallplatten sind verhältnismäßig teuer, sperrig und
kompliziert in der Handhabung.

Trotzdem ist dieses Comeback kein vorübergehendes Intermezzo:
Vinyl hat sich innerhalb Musikindustrie eine Nische erobert und sich
als das neue Premiumsegment etabliert. Nostalgie und Haptik sind hier
wichtige Faktoren. Hinzu kommt der von Audiophilen als angenehm und
anderen Darreichungsformen gegenüber als überlegen empfundene Klang -
also ausgerechnet das "Rauschen" könnte dafür sorgen, dass Vinyl die
damals vielgepriesene CD nun sogar überdauern dürfte.

Inhaltlich verantwortlich für die Studie sind Klaus Böhm, Leiter
Media & Entertainment, und Ralf Esser, Leiter TMT Research bei
Deloitte.

Weitere Informationen sowie die vollständige Studie zum Download
finden Sie hier: http://ots.de/HJH7pB

Über Deloitte

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herausragende Kompetenz mit erstklassigen Leistungen und unterstützt
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Pressekontakt:
Kristin Ofer
Content & Media Manager
Tel: +49 89 29036 6691
kofer@deloitte.de

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ID: 121818 | Quelle: ots | Datum: 06.12.2018

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