Wieso bemerkt Herr Schäuble das nicht? Multimillionär prangert live bei stern TV Ungerechtigkeiten des deutschen Steuersystems an

"Wieso bemerkt Herr Schäuble das nicht?" Multimillionär prangert live bei stern TV Ungerechtigkeiten des deutschen Steuersystems an

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Köln (ots) - "Meine These ist, dass es in Deutschland möglich ist,
dass die Einkommensmillionäre weitestgehend ihren Steuersatz selbst
bestimmen." Live bei stern TV hat der Unternehmer und Multimillionär
Josef Rick das deutsche Steuersystem scharf kritisiert. Dass
Unternehmen mit Millionenumsatz Steuerprivilegien für sich nutzen
könnten und dies von der Politik gebilligt würde, kann der 61-Jährige
nicht nachvollziehen: "Wieso bemerkt Herr Schäuble das nicht? Wieso
thematisieren wir das nicht?"

Eine Lösung für die angesprochene Schieflage sieht Rick in der
Entlastung niedriger Einkommen: "Man könnte die berühmte
Krankenschwester, den Busfahrer und den Polizisten ganz weitgehend
von der Einkommenssteuer befreien, indem man ein faires
Besteuerungssystem für die Wohlhabenden entwickeln würde - mit
vernünftigen Steuersätzen und einer breiten Bemessungsgrundlage", so
Rick.

Der 61-Jährige, der selbst mehr als 30 Millionen Euro auf der
hohen Kante hat, gewährte stern TV Einblicke in seine Finanzen - und
hat so gezeigt, wie er es schafft, seine Steuerlast trotz des hohen
Einkommens auf ein Minimum zu drücken: "Ich zahle in den letzten
Jahren etwa 30 Prozent Steuern. Aber ich habe kein gutes Gefühl
dabei", sagte Rick bei stern TV. Denn: "Es kann nicht sein, dass die
größten Leistungsträger sich den Vorgaben des Staates entziehen
können. Das ist, glaube ich, niemandem vermittelbar."

Den Einwand, Wohlhabende könnten Deutschland bei höheren
Steuersätzen verlassen, lässt Rick nicht gelten: "Da hätte ich gerne
mehr Kreativität in unserer Regierung. Die Amerikaner machen das
anders: Wer den amerikanischen Pass hat, der zahlt immer in den USA."

Sein Unverständnis äußerte Rick aber auch darüber, dass "die
Bevölkerung das hinnimmt und dass da keine Revolution ausbricht."
Diese Steuerungerechtigkeit "müsste für viel Wut und Zorn in der
Bevölkerung führen. Tut es aber nicht."



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ID: 65298 | Quelle: ots | Datum: 20.09.2017

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