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Vorsicht beim Kauf von iPad Pro: Reinfall mit Apples Flaggschiff

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Düsseldorf (ots) -

Achtung iPad-Käufer! Apple hat den Namen seines neuen
12,9-Zoll-Flaggschiffs trotz zahlreicher Verbesserungen zum Vormodell
nicht geändert. Deshalb droht unaufmerksamen Interessenten bei vielen
Verkäufern ein Reinfall.

Auch auf eBay verwirklicht Gravis seine "digitalen Ideen". Dort
füllte der laut Eigenwerbung "größte deutsche Anbieter" für
Apple-Produkte die Superbillig-Ecke "WoW" mit einer ganz speziellen
Offerte: einem iPad-Pro-Tablet, satte 12,9 Zoll groß und ausgerüstet
mit einem Speicher von noch satteren 256 GB.

Für 849 Euro war das laut Beschreibung "größte und
leistungsstärkste iPad aller Zeiten" zu kaufen. Wer obendrein als
Zahlungsmethode PayPal wählte, bekam weitere 100 Euro erlassen.

Für Fans von Apple ein Schnäppchen. Liegt doch der meist stabile
Marktpreis für das heiß begehrte Gerät derzeit bei rund 1000 Euro.
Kein Wunder, dass Dutzende Käufer sofort zuschlugen.

Doch was Gravis ihnen auslieferte, war im deutschen Apple-Store
längst nicht mehr bestellbar: das Vorgängermodell. Erkennbar war das
vor dem Kauf nur für diejenigen, die ein scharfes Auge auf die
technischen Daten warfen und um die Unterschiede zum neuen Modell
wussten.

Denn das neue iPad Pro zeichnet sich nicht nur durch einen
wesentlich schnelleren Chip aus, sondern verfügt auch über eine
Kamera, die Fotos mit 50 Prozent mehr Megapixeln schießen kann sowie
ein Display mit einer Bildwiederholrate von 120 Hz statt 60 Hz.

Weil Apple trotz solch gravierender Unterschiede den Namen
beibehalten hat, kann die Bestellung eines großen iPad Pro derzeit
zum Risiko werden. So gibt die Pressestelle von Gravis zu, "dass die
Produktbeschreibung, die von Apple vorgegeben ist" bei der
eBay-WoW-Aktion "irritieren kann".

Zwar hat Gravis nach Anfrage der Verbraucherzentrale NRW die
Werbung verändert. Gleichwohl feiert der Shop im Kleingedruckten
weiterhin das angeblich "leistungsfähigste iPad".

Staunen löst auch eine weitere "digitale Gravis-Idee" aus. Der
Preis des alten Modells schoss nach der WoW-Aktion von 849 Euro auf
1118,90 Euro: 119,80 Euro mehr als das neue Modell im
Hersteller-Store von Apple kostete.

Doch jeglicher Glaube, dass Gravis hier das derzeit beste iPad
offerierte, kann für Käufer jederzeit platzen: wenn etwa eine
Schutzhülle benötigt wird. Amazon beispielsweise bietet Varianten für
eine "2015"- oder "2017"-Version. Verständlich, dass unbedarfte
Gravis-Käufer spätestens an dieser Stelle dem Apple-Slogan wenig
abgewinnen können: "iPad. Macht einfach Spaß".

Und der kann einem nicht nur bei Gravis vergehen. Die
Verbraucherzentrale NRW fand viele weitere Händler und
Privatverkäufer, die das alte Modell kaltschnäuzig mit der
Superlativ-Reklame anpriesen. Andere mischten Datenblätter beider
Geräte oder hielten Beschreibungen so spartanisch, dass nicht
erkennbar war, welche Variante gerade vertickt wurde.

Ein besonders cleverer eBay-Verkäufer schrieb bei seinem Vormodell
Reizworte wie "iPad Pro" und "2017" in den Titel. Erst am Ende einer
langen Liste von Produktdetails erklärte der Anbieter beiläufig, dass
der Wisch-Rechner lediglich "im März 2017 gekauft" worden war.

Aufgrund solcher Tricksereien raten die Düsseldorfer
Verbraucherschützer zur Vorsicht beim Kauf eines großen iPad Pro.
Interessenten sollten sich vom Anbieter ausdrücklich bestätigen
lassen, ob sie das langsamere 2015-Modell oder das fixere 2017er
geliefert bekommen.

Wer erst kürzlich ein iPad Pro geordert hat und sich unsicher ist,
sollte die Datenblätter schleunigst vergleichen. Denn ein Kauf im
Internet lässt sich grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen widerrufen,
viele Händler gewähren sogar 30 Tage Rückgaberecht.

Pech kann dagegen haben, wer just bei privaten Anbietern
zugeschlagen hat. Die nämlich müssen kein Widerrufsrecht einräumen.
Zu befürchten ist, dass Verkäufer mit ungenauen
Produkt-Beschreibungen ("Neues iPad-Pro 256 GB") das ganz genau
wissen.



Pressekontakt:
Georg Tryba, Tel.: 0211/38 09 108
georg.tryba@verbraucherzentrale.nrw

Original-Content von: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V., übermittelt durch news aktuell

ID: 61950 | Quelle: ots | Datum: 10.08.2017

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