Studie zeigt Vorteile des Adjudikationsverfahrens auf

Studie zeigt Vorteile des Adjudikationsverfahrens auf

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Berlin (ots) - / Schnelle Streitentscheidung während des
Bauprojekts / Vorläufige Bindung stellt Planungssicherheit her /
Sowohl bei großen als auch kleineren Projekten sinnvoll

Kommt es bei Bauprojekten zu Konflikten, ist das außergerichtliche
Streitbeilegungsverfahren der Adjudikation ein geeignetes Verfahren,
um Verzögerungen oder gar Baustillstände abzuwenden und so
finanzielle Schäden zu vermeiden. Das ist das Ergebnis einer Studie
des Instituts für Technologie und Management im Baubetrieb des
Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), die im Auftrag des
Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie erstellt wurde. "Es ist
auch deshalb so effektiv, weil die Baubeteiligten an die Entscheidung
des Adjudikators vorläufig gebunden sind und damit die
Planungssicherheit im Projektverlauf wiederhergestellt wird. Später
kann die Entscheidung vor Gericht überprüft werden. Dies erhöht die
Akzeptanz für diese Form der Streitbeilegung deutlich", konstatierte
Prof. Dr. Shervin Haghsheno, Geschäftsführender Direktor des
Instituts für Technologie und Management im Baubetrieb am KIT und
Leiter der Studie bei deren Vorstellung heute in Berlin.

"Weitere Vorteile der Adjudikation sind die kurze Verfahrensdauer,
die geringen Verfahrenskosten auch bei höheren Streitwerten, die
Fachkompetenz der Adjudikatoren als Streitlöser, die Vertraulichkeit
des Verfahrens, die Möglichkeit des Ausgleichs von Machtpositionen
während der Projektabwicklung sowie die mögliche deeskalierende
Wirkung", führte Haghsheno weiter aus.

"Bauprojekte sind immer Unikate mit einer Vielzahl an
Projektbeteiligten und zu koordinierenden Schnittstellen und daher
konfliktanfällig. Adjudikation ist in diesen Fällen ein geeignetes
Mittel, um Konflikte zu entschärfen und monatelange Bauverzögerungen
zu vermeiden. Am besten wäre es jedoch, wenn die Ursachen dieser
Konflikte von vornherein abgestellt würden", forderte Michael
Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen
Bauindustrie. "Durch eine gründliche Vorbereitung aller
Projektbeteiligten, insbesondere in der Planung und der
Leistungsbeschreibung, können Konflikte im Bauprozess von vornherein
vermieden werden." Wenn aber die öffentlichen Auftraggeber auf Grund
von knappen Ressourcen häufig nicht in der Lage seien, Projekte so
durchzuplanen, dass konfliktfrei gebaut werden könne, müssten
Vergabemodelle zum Zuge kommen, bei denen Bau- und Planungsleistungen
aus einer Hand erbracht werden, wie das zum Beispiel bei
Design-und-Build-Modellen der Fall sei, ergänzte Knipper.

Adjudikationsverfahren könnten laut Studie sowohl für große als
auch für kleinere Projekte sinnvoll sein. So sei die Einrichtung
eines sogenannten Standing Board, das bedeutet, ein Adjudikator oder
ein Gremium begleitet das Bauprojekt durch alle Phasen, ab einem
Projektvolumen von 15 Mio. Euro wirtschaftlich. Bei kleineren
Projekten könne auf das Ad-hoc-Verfahren zurückgegriffen werden, das
erst im konkreten Konfliktfall installiert werde. Für die
Ausgestaltung des Adjudikationsverfahrens stünden den
Vertragspartnern bereits Adjudikationsordnungen mit den wesentlichen
Parametern zur Verfügung.

Die Kurzfassung des Gutachtens ist abrufbar: www.bauindustrie.de



Pressekontakt:
Ansprechpartner: Dr. Heiko Stiepelmann
Funktion: Leiter Kommunikation / Pressesprecher
Tel: 030 - 21286 140, Fax: 030 - 21286 189
E-Mail: Heiko.Stiepelmann@bauindustrie.de

Original-Content von: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, übermittelt durch news aktuell

ID: 65094 | Quelle: ots | Datum: 19.09.2017

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