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Staatsanwaltschaft: Lidl-Lieferanten sollen Mindestlohn nicht bezahlt haben

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Hamburg (ots) - Nach Informationen des NDR-Magazins "Panorama"
ermittelt die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern gegen wichtige
Lieferanten von Lidl. Die betroffenen Gemüseproduzenten werden
verdächtigt, seit 2015 den Mindestlohn nicht immer gezahlt und
Sozialversicherungsbeiträge nicht ordnungsgemäß abgeführt zu haben.
"Wir gehen nicht von einigen wenigen Einzelfällen aus, sondern der
Verdacht geht dahin, dass die Lohnabrechnung systematisch so
gestaltet ist", so der leitende Oberstaatsanwalt Dr. Udo Gehring von
der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern in "Panorama". Die
Agrarbetriebe aus der Vorderpfalz gehören zu Lidls Hauptlieferanten.
Ihr Gemüse wird in Filialen in ganz Deutschland verkauft. Sie
beliefern Lidl etwa mit Möhren, Salat, Kohlrabi, Sellerie, Zwiebeln
oder Radieschen. Diese Produkte bewirbt Lidl mit dem Slogan "Qualität
aus Deutschland". Lidl möchte sich mit Hinweis auf das laufende
Verfahren "gegen einzelne Agrarbetriebe, die branchenweit beliefern",
zu den Vorwürfen nicht äußern. In einer der größten
Dursuchungsaktionen des Landes hatten 500 Beamte im Mai mehrere
Betriebe durchsucht, ein Großteil davon Lidl-Lieferanten. Dabei
wurden umfangreiche Geschäftsunterlagen und Datenbestände
sichergestellt und mit Hilfe von Dolmetschern zahlreiche
Saisonarbeiter als Zeugen vernommen. Die betroffenen Betriebe wollen
mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen gegenüber "Panorama" keine
Stellung nehmen. Einige Betriebe bezeichnen die Vorwürfe als unwahr
und behaupten, Mindestlohn und Sozialversicherungsbeiträge seien
immer vollständig gezahlt worden. Laut Staatsanwaltschaft besteht der
Verdacht, dass die Betriebe ihre Erntehelfer weiterhin nach Stücklohn
bezahlt haben, wie es vor Einführung des Mindestlohns in der
Landwirtschaft üblich war. Dann sollen die Lohnabrechnungen gefälscht
worden sein. "Die Abrechnungen wurden so hergestellt, dass sie
aussehen, als würde der Mindestlohn bezahlt, als würde nach Zeit
abgerechnet werden. Tatsächlich wurde aber nicht nach Zeit, sondern
nach Stückzahl abgerechnet", sagt Gehring im "Panorama"-Interview.
Lidl hat eigene Kontrollinstanzen, die Gesetzesverstöße in der
Lieferkette verhindern sollen. Allerdings ist nun fraglich, wie genau
diese arbeiten. Bereits 2015 hatten "Panorama"-Recherchen Belege
erbracht, wonach der Mindestlohn unter anderem von den heute
beschuldigten Lidl-Zulieferern nicht gezahlt wird. Lidl verkauft bis
heute das Gemüse der verdächtigen Betriebe.

"Panorama" berichtet ausführlich heute Abend,Donnerstag 29.Juni,
ab 23.30 Uhr im Ersten. 28.Juni 2017/LL



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ID: 57976 | Quelle: ots | Datum: 29.06.2017

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