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OFFENER BRIEF AN DIE BUNDESREGIERUNG UND DIE MITGLIEDER DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES

Gegen geplanter Abschaffung der steuerlichen Förderung für LPG Autogas

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Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin.



Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung



Sehr geehrte Mitglieder des Deutschen Bundestages



In der am 15.Feb.2017 durchgeführten Kabinettssitzung wurde unter anderem beschlossen, die steuerliche Förderung von dem Kraftstoff LPG Autogas am 31.12.2018 auslaufen zu lassen.



Für die ca. 480.000 Autogasfahrer würde somit der Preis für den Liter LPG Autogas um ca. 15 Cent steigen.



Wir möchten Ihnen hiermit nahe bringen, warum dieser Plan der Bundesregierung eher kontraproduktiv für die Wirtschaft, der Gesundheit der Bevölkerung und auch der Umwelt ist. Desweiteren würde es der Staatskasse mehr schaden wie einbringen. Wir gehen davon aus, das der Finanzminister Herr Schäuble, der den Gesetzesentwurf verfasst hat einige Fakten wegen nichtwissens nicht mit einbezogen hat.



Grund 1. Wirtschaftlicher Faktor:



Es handelt sich demnach um eine Milliarde Euro, die eine weitere Verlängerung der Steuerbegünstigung dem Bund kosten würde.



Diese Berechnung ist falsch, weil hier nicht berücksichtigt worden ist, das es in Deutschland neben ca.7000 Autogastankstellen auch einige tausend Autogas Umrüstbetriebe gibt. Mit bekannt werden der Pläne des Herrn Schäuble geht die Nachfrage an LPG Autogas Umrüstungen schlagartig verloren. Das bedeutet das kurzfristige aussterben dieses Kraftstoffes in Deutschland. Durch die tiefen ÖL und damit verbundenen niedrigen Kraftstoffpreise, hat die Branche in den letzten 2 Jahren schon Ihren ersten Schlag erhalten, weil auch dadurch die Nachfrage an LPG Fahrzeugen schon extrem (um ca. 30%) gesunken ist. Eine Steuerliche Erhöhung von ca. 15 Cent pro Liter würde also das sichere aus für LPG Autogas in Deutschland.



Dazu sei noch erwähnt, das es praktisch keine LPG Autogasfahrzeuge seitens der Fahrzeug Hersteller gibt. Es ist also ein fast reiner Umrüstmarkt für KFZ Handwerksbetriebe. Eine LPG Autogas Umrüstung kostet je nach Fahrzeug zw. 2000€ und 4000€. Es werden jährlich mindestens 40-50.000 Fahrzeuge in Handwerksbetrieben die das entweder nebenbei machen oder als reine Spezialbetriebe (wie wir zu 90%) durchführen.



Alleine der Schaden dem die Bundeskasse durch fehlende Umsatzsteuereinnahmen durch fehlende LPG Autogas Umrüstungen entsteht, kann man auf von der 1mrd € Steuerausfall schon 20% subtrahieren.



Addiert man hierzu noch die Schließung etlicher Handwerksbetriebe, schließende LPG Tankstellen und verschwinden von tausenden und abertausende von Arbeitsplätzen, im Umrüstbereich, Tankstellenbau, Speditionen usw. Grob gesagt eine Zerstörung einer ganzen Branche rund um das Flüssiggas, kann man sich ausrechnen, das die 1mrd. € sehr schnell sehr kontraproduktiv eingespart würde. (oder eher überhaupt nicht)



Grund 2. Umwelt und Gesundheit



Mit dem Sterben von LPG Autogasfahrzeugen stirbt das zzt. einzige echte und wirksame Mittel gegen die Feinstaubreduktion in Großstädten. LPG Autogasfahrzeuge haben 51% weniger Feinstaubemission als Dieselfahrzeuge, sind auch in der CO2 und NOX Bilanz Diesel und auch sogar Benzinbetrieben Fahrzeugen noch weit überlegen.



Würden in der Bundesrepublik anstatt 480tsd Fahrzeuge wie zzt. (tendenz in den letzten Jahren stark fallen) bsw. 30mio fahren, gebe es diese sehr aktuellen Probleme mit dicker Luft in den Städten nicht!



Über die Probleme von Elektrofahrzeugen die die Bundesrepublik so fördert, im Hinblick auf Weiterentwicklungsmöglichkeiten (physikalischer Natur) auch Reichweite, fehlende und nicht wirklich bürgernahe Ladestationen/Lademöglichkeiten (z.b. an Mehrfamilienhäusern), teure (ca.15.000€ Haltbarkeit 5 Jahre) Accus, dazu noch extrem umweltschädliche Herstellungsverfahren usw. möchte ich nicht eingehen. Das ist nicht mein Thema, eher das für die nächsten 30 Jahre, wenn diese unüberwindbaren Brücken von zaubernden Ingenieuren irgendwie überwunden wurden. Aber dann bleibt noch die Frage, woher der Strom denn kommt?



Das Erdgasfahrzeug wird weiterhin bis 2026 steuerlich gefördert. Auch das können wir als reiner Umrüstbetrieb für alternative Kraftstoffe nicht nachvollziehen.



Entgegen aller Behauptungen von Erdgas Versorgern eignet sich dieser Kraftstoff aus wirtschaftlicher sowie auch aus technischer und auch aus sicherheitsaspektlicher Sicht nicht zum betreiben von Kraftfahrzeugen!



Man kann sich den Kraftstoff Erdgas noch so schön rechnen, der bessere Umweltfaktor von CNG (Erdgas) gegenüber dem LPG (Autogas/Flüssiggas) ist extrem minimal.



Die sehr geringe Reichweite der CNG Erdgas Fahrzeuge, weil sich Erdgas nur unter Druck von 200bar speichern lässt und die Tanks durch Ihre massive Bauweise sehr schwer sind somit steigt auch das Fahrzeuggewicht, welches den Wirkungsgrad noch schlechter macht. Auch ein negativ Faktor der nie erwogen wurde ist, der hohe Strombedarf der CNG (Ergassäulen) dort muss ein Kompressor den hohen Speicherdruck (200Bar) erst erzeugen. Das Tankstellennetz ist auch nicht mehr wirklich vorhanden, Erdgastankstellen werden immer weniger. Sie sind auch zu teuer und wie oben schon erwähnt zu Energie und wartungsaufwändig.



Bis auf den Tank sind Erdgas CNG Fahrzeuge bzw. die Anlagen die den Motor versorgen mit denen von LPG Autogas völlig identisch. Wir machen schon seit dem Jahr 2003 als das Thema der alternativen Antriebe immer mehr aufkam, mit sämtlichen Kraftstoffen umfangreiche Tests.



Dabei hat sich der Kraftstoff Erdgas CNG (Erprobung in den selben Fahrzeugen/Motoren) immer als sehr schlecht geeignet für Verbrennungsmotoren gezeigt, durch seine Zündunwilligkeit, extreme Leistungseinbußen die damit verbundenen Zündaussetzer, Katschäden usw.



Kurz und Knapp: Erdgas ist kein Kraftstoff, sondern eher zum Kochen und zum Heizen. Genau wie Strom! Das wird auch in den 2030er Jahren noch gelten.



Grund 3. Soziale Verantwortung der Bundesregierung



Durch die in der Vergangenheit sehr beliebten Umrüstungen auf LPG Autogas von Neu und auch Gebrauchtwagen, konnte jeder Bürger seihen seine monatliche Einkünfte auch noch so klein, einen großen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Darüber hinaus konnte er seine Fahrtkosten zum Arbeitsplatz um die Hälfte halbieren, welches neben dem allgemeinen Umweltschutz und der Feinstaubreduktion auch die sozial schwächeren mit einem kleinen Taschengeld mehr im Monat belohnte.



Nur sehr wenige Normalverdiener können sich eines der wenigen angebotenen CNG Erdgas und schon erst recht nicht die zzt. teuerste Form der Fortbewegung ein Elektroauto leisten.



(Elektroauto Stichwort: Accumiete fast 200€ monatlich die zu den Strom(Kraftstoff)kosten hinzu zu addieren sind)



Somit findet auch bei einem Kappen der Steuerreduzierung eine extreme soziale Ungerechtigkeit statt.



Wie auch der ZTG- Geschäftsführer Jürgen Ziegner mit dem Zitat Das sei unsozial, unökologisch und mittelstandsfeindlich richtig formulierte.



Zum Ende hin möchte ich als Randbemerkung noch anbringen, das wohl zur anstehenden Bundestagswahl mindestens eine halbe mio Wähler verloren gehen werden. Bei der vorherigen Legislaturperiode/ Bundestagswahl in dem Koalitionsvertrag zw. der SPD und CDU wurde versprochen die Steuerlichen Anreize zum fahren mit LPG Autogas sowie mit Erdgas noch weit über das Jahr 2018 hinaus zu verlängern. Versprechen gebrochen ist kein guter Wahlwerbeslogen.







Mit freundlichen Grüßen und in der Hoffnung das bei der Bundestagsabstimmung noch ein umdenken stattfindet verbleibe ich.







Armin Nagel

Spezialbetrieb für alternative Antriebstechnik

Kontakt:
GM Service Nagel
Breslauerstr. 63
37639 Bevern
Tel: 05531/9964097
info@autogasteileshop.de
http://www.gmservicenagel.de

ID: 40595 | Quelle: GM Service Nagel | Datum: 17.02.2017

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