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Oetker-Gruppe Jahresbilanz 2016 / Zufriedenstellendes Ergebnis trotz leichtem Umsatzrückgang

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Bielefeld (ots) -

"Trotz eines leichten Umsatzrückgangs hat die Oetker-Gruppe das
Geschäftsjahr 2016 in Summe, trotz teilweise schwieriger
Rahmenbedingungen, zufriedenstellend abgeschlossen", teilte Dr.
Albert Christmann, persönlich haftender Gesellschafter der Dr. August
Oetker KG, am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Bielefeld
mit. Sie erzielte Umsatzerlöse in Höhe von 11.704 Mio. Euro und lag
damit um 2,1 % unter dem Vorjahreswert (11.949 Mio. Euro). Der
Rückgang der Umsätze war mit 367 Mio. Euro beziehungsweise 3,0 %
operativ bedingt und ausschließlich den schwierigen globalen
Marktbedingungen in der Schifffahrt geschuldet. Niedrige Frachtraten
als Folge von weiterhin anhaltenden Überkapazitäten führten in der
Hamburg Süd-Gruppe zu Umsatzverlusten, die nicht durch
Umsatzsteigerungen in den anderen Geschäftsbereichen ausgeglichen
werden konnten. Daneben hatte die Entwicklung der Währungskurse einen
negativen Einfluss von 84 Mio. Euro, allen voran wegen der Abwertung
des Britischen Pfunds, des Mexikanischen Pesos und der Türkischen
Lira gegenüber dem Euro. Die zuvor genannten Entwicklungen konnten
teilweise durch konsolidierungskreisbedingte sowie
rechnungslegungsbezogene Effekte kompensiert werden. Aus
Veränderungen im Konsolidierungskreis resultierte insgesamt ein
Umsatzanstieg von 138 Mio. Euro. Die positive Umsatzveränderung aus
der geänderten Umsatzerlösdefinition im
Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) betrug auf vergleichbarer
Basis 67 Mio. Euro.

In Deutschland wurden 33,3 % oder 3.894 Mio. Euro des
Gesamtumsatzes erwirtschaftet (Vorjahr: 31,2 % oder 3.733 Mio. Euro).
Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz der Oetker-Gruppe sank auf 66,7 %
oder 7.810 Mio. Euro (Vorjahr: 68,8 % oder 8.216 Mio. Euro). Vom
Auslandsanteil entfielen auf die restliche EU 22,8 % oder 2.663 Mio.
Euro (Vorjahr: 23,1 % oder 2.764 Mio. Euro) und auf das restliche
Europa 5,0 % oder 580 Mio. Euro (Vorjahr: 4,8 % oder 577 Mio. Euro).
Der Umsatzanteil der restlichen Welt betrug 39,0 % oder 4.567 Mio.
Euro (Vorjahr: 40,8 % oder 4.875 Mio. Euro).

Bezogen auf den Umsatzanteil der jeweiligen Geschäftsbereiche am
Gesamtumsatz haben sich die Relationen gegenüber dem Vorjahr
lediglich leicht verschoben: Die Schifffahrt hatte mit 48,1 %
weiterhin den größten Anteil am Gesamtumsatz (Vorjahr: 50,7 %). Die
drei konsumgüterorientierten Geschäftsbereiche machten insgesamt
einen Anteil von 46,8 % am Gesamtumsatz aus (Vorjahr: 44,9 %). Der
Nahrungsmittelbereich steuerte 26,2 % der Umsatzerlöse bei (Vorjahr:
25,0 %), Bier und alkoholfreie Getränke 16,2 % (Vorjahr: 15,7 %),
Sekt, Wein und Spirituosen 4,3 % (Vorjahr: 4,2 %). Der Bereich
Weitere Interessen trug mit 5,2 % zum Gesamtumsatz bei (Vorjahr: 4,4
%).

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögensgegenstände lagen im Jahr 2016 ohne die Erstkonsolidierungen
bei 405 Mio. Euro und damit um 45,3 % deutlich unter dem
Vergleichswert des Vorjahres (Vorjahr: 740 Mio. Euro). Mit 45,1 %
entfiel der Großteil der Investitionen auf den Geschäftsbereich
Nahrungsmittel. Hier sind die Ausgaben gegenüber dem Vorjahr erneut
gestiegen und beliefen sich im Jahr 2016 auf 182 Mio. Euro, während
die Ausgaben in der Schifffahrt lediglich 77 Mio. Euro (Vorjahr: 437
Mio. Euro) betrugen. Aufgrund des schwachen Ladungswachstums wurden
keine zusätzlichen Schiffe bestellt, auch die Investitionen in
Container wurden stark reduziert. Die Abschreibungen betrugen
insgesamt 694 Mio. Euro und überschreiten den Vorjahreswert um 10
Mio. Euro.

Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich insgesamt um 4,2 % auf
32.078 (Vorjahr: 30.787). Im Geschäftsbereich Nahrungsmittel stieg
der Personalbestand um 6,1 % auf 15.368 Mitarbeiter (Vorjahr:
14.487). Ursache hierfür war insbesondere die ganzjährige
Berücksichtigung der Mitarbeiter von Coppenrath & Wiese, während sich
die Entkonsolidierung der FrischeParadies-Gruppe gegenläufig
auswirkte. Der Geschäftsbereich Bier und alkoholfreie Getränke
verzeichnete einen leichten Personalzuwachs. In der Radeberger Gruppe
waren im vergangenen Jahr 5.986 Mitarbeiter angestellt (Vorjahr:
5.894), das entspricht einem Plus von 1,5 %. Im Bereich Sekt, Wein
und Spirituosen sind die Mitarbeiterzahlen leicht gesunken: Bei der
Henkell & Co. Sektkellerei waren es mit 1.922 Mitarbeitern 2,5 %
weniger als im Jahr zuvor (1.972). Der Personalbestand bei der
Hamburg Süd stieg um 5,7 % auf 6.300 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.960). Im
Bereich Weitere Interessen erhöhte sich die Zahl der Mitarbeiter
marginal von 2.482 auf 2.503 Beschäftigte. Das entspricht einem
Anstieg von 0,8 %.

Erneut Wachstum im Geschäftsbereich Nahrungsmittel

Der Geschäftsbereich Nahrungsmittel setzt sich aus den Unternehmen
Dr. Oetker, der Martin Braun-Gruppe und der Conditorei Coppenrath &
Wiese zusammen. Im Geschäftsjahr 2016 erwirtschaftete er insgesamt
Umsatzerlöse in Höhe von 3.071 Mio. Euro und konnte somit um 2,7 %
wachsen. Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Wechselkurseinflüsse
betrug das Umsatzwachstum 2,8 %. Die Investitionen lagen bei 182 Mio.
Euro (Vorjahr: 153 Mio. Euro). Die Anzahl der Mitarbeiter stieg im
Berichtszeitraum - zum Teil akquisitionsbedingt - um 6,1 % auf 15.368
Beschäftigte.

Die Dr. Oetker Landesgesellschaften konnten ihren Umsatz um 0,9 %
steigern. Die um Akquisitionen und Wechselkurseffekte bereinigten
Umsatzerlöse sind dagegen um 2,5 % gestiegen. Insgesamt war die
Umsatzentwicklung erneut positiv, wobei sich die Dr. Oetker
Landesgesellschaften im abgelaufenen Geschäftsjahr unterschiedlich
entwickelt haben. In den gesättigten Märkten Europas und Amerikas
konnten die geplanten Wachstumsraten nicht erreicht werden.
Ursächlich hierfür waren neben negativen Wechselkurseffekten,
insbesondere resultierend aus der Abwertung des Britischen Pfunds,
der Türkischen Lira und des Mexikanischen Pesos gegenüber dem Euro,
schwächere Marktentwicklungen und Marktanteilsverluste in mehreren
Ländern. Zudem belasteten ein stärkerer Wettbewerb durch
Private-Label-Produkte und ein höherer Anteil von Aktionsverkäufen
die Geschäftsentwicklung. Auf der anderen Seite war es besonders
erfreulich, dass Dr. Oetker vor allem in der Region 3A (Asien, Afrika
und Australien) und in Osteuropa ein überdurchschnittliches Wachstum
erzielen konnte. Die Investitionen lagen mit 139 Mio. Euro über dem
bereits hohen Niveau des Vorjahres. Im Mittelpunkt standen dabei die
Erweiterung der Pizzaproduktionskapazitäten in Europa und Nordamerika
sowie der Neubau des Forschungs- und Entwicklungszentrums am Standort
Bielefeld.

Aus Sicht der strategischen Sortimente war der Bereich
Tiefkühlpizza wie geplant der umsatzstärkste Bereich von Dr. Oetker.
Diese Entwicklung stützte sich vor allem auf das Wachstum in
Osteuropa und hier insbesondere auf den Listungsausbau mit der
Guseppe-Pizza in Polen. Daneben hat das zweistellige Wachstum von
Tiefkühlpizza in der Region 3A die Sortimentsentwicklung positiv
unterstützt. Kompensierend wirkte allerdings die Veränderung der
Tiefkühlumsätze in Nordamerika. Einerseits wurde die
Geschäftsentwicklung vom rückläufigen kanadischen Markt beeinflusst
und andererseits führte der Transfer der McCain-Submarken auf Dr.
Oetker zu einem vorübergehenden Marktanteilsverlust. Im ebenfalls
umsatzstarken Sortimentsbereich Nährmittel waren die Wachstumstreiber
wiederum das Sortiment von Dr. Oetker Indien sowie die Backsortimente
und Pulverdesserts, die auch bedingt durch die im Vorjahr getätigten
Akquisitionen D'Gari in Mexiko und Queen in Australien zulegen
konnten. Das Frischesortiment war in Westeuropa leicht rückläufig.

Dr. Oetker Professional als Markenkonzept richtet sich an die
Bedürfnisse und Anforderungen der professionellen Verwender in der
Außer-Haus-Versorgung und konnte ein internationales Wachstum
aufweisen. Hierzu haben unter anderem die Geschäfte in Westeuropa und
Kanada beigetragen.

Die Martin Braun-Gruppe mit ihrem Hauptsitz in Hannover erreichte
im Geschäftsjahr 2016 ein Umsatzplus von 7,1 % und konnte somit ihre
Prognose aus dem Vorjahr übererfüllen. Nahezu alle Ländereinheiten
und Sortimente haben hierzu beigetragen. Zudem war die positive
Umsatzentwicklung durch Akquisitionseffekte getrieben. Wesentlicher
Eckpfeiler des Geschäftsverlaufs war die Internationalisierung über
alle vier Sortimentsbereiche hinweg bei gleichzeitigem Ausbau der
Kernmärkte Deutschland und Schweiz. Obwohl die Zahl der
Handwerksbäckereien im deutschen Markt zurückgeht und der Absatzmarkt
für Backzutaten, das Traditionssegment der Martin Braun-Gruppe,
schrumpft, hat die Gruppe das Vorjahresniveau erneut übertroffen.
Aufgrund von Sortimentsanpassungen und dank der Tiefkühlstrategie
begleitet Martin Braun den Strukturwandel des deutschen Kernmarktes
erfolgreich. Die positiven Umsatzimpulse wurden infolge der
wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten mit und um Russland
teilweise geschwächt. Besonders hervorzuheben ist außerdem der Erwerb
der Anteilsmehrheit an Polen Gida in der Türkei zum 1. Oktober 2016.
Polen Gida ist Marktführer im türkischen Markt für Backzutaten. Damit
hat sich die Martin Braun-Gruppe einen bedeutenden Partner für die
weitere Erschließung des türkischen Marktes gesichert und
gleichzeitig das Produktportfolio erweitert.

Die Conditorei Coppenrath & Wiese konnte im Jahr 2016 die
Umsatzerlöse weiter steigern und im gesamten Geschäftsbereich eine
gute Entwicklung erzielen. Der Rückgang des deutschen
Handelsmarkengeschäfts wurde insbesondere durch eine starke
Entwicklung der strategischen Produktgruppen Frühstück, Blechkuchen
und Desserts im Markengeschäft überkompensiert.

Leichte Umsatzsteigerung im Geschäftsbereich Bier und alkoholfreie
Getränke

Die Radeberger Gruppe hat sich in einem weiterhin anspruchsvollen
Umfeld ordentlich behauptet. Der Markt war in erster Linie geprägt
durch steigende Aktionsraten, sinkende Aktionspreise und
Konditionsforderungen der Absatzmittler sowie von einem
Verdrängungswettbewerb infolge eines leichten Rückgangs beim
Inlandsabsatz. Die Unternehmensgruppe konnte ihre Umsatzerlöse leicht
steigern und auch den Getränkeabsatz, trotz Abgabe der
Vertriebsrechte an der internationalen Marke Corona Extra an den
Markenhalter, nahezu stabil halten. Im Geschäftsjahr 2016 betrugen
die gruppenweiten Umsatzerlöse 1.901 Mio. Euro. Im Vergleich zum
Vorjahr, das um die Saldierung der Verbrauchsteuern gemäß
Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) angepasst wurde, ergibt
sich ein Umsatzanstieg um 1,2 %. Die Investitionen beliefen sich auf
84 Mio. Euro. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im Wesentlichen
aufgrund des Insourcings der Leergutsortierung um 1,5 % auf 5.986
Beschäftigte erhöht.

Besonders erfreulich haben sich erneut die starken regionalen
Marken im Portfolio der Unternehmensgruppe entwickelt, allen voran
Allgäuer Büble Bier und Ur-Krostitzer. Während Ur-Krostitzer im Jahr
2016 wieder deutlich zweistellig im Umsatz zugelegt hat und damit die
seit geraumer Zeit am schnellsten wachsende Pilsmarke im deutschen
Biermarkt ist, konnte Allgäuer Büble Bier ebenfalls mit wiederholt
zweistelligem Umsatzwachstum als Botschafter aus den Allgäuer Alpen
vor allem in Metropolregionen punkten.

Die nationalen Marken im Portfolio der Radeberger Gruppe, also
Radeberger Pilsner, Jever und Schöfferhofer Weizen, standen dagegen
angesichts ihrer wertorientierten Positionierung sowie des allgemein
zu beobachtenden Trends hin zu regionalen Produkten besonders im
Handel unter Druck. Das Segment gab im Umsatz leicht nach.
Schöfferhofer Weizen, das nationale Weizenbier der Gruppe, konnte von
seiner starken Mixrange profitieren. Somit war das Umsatzwachstum vor
allem getrieben durch die äußerst positive Entwicklung von
Schöfferhofer Grapefruit und Schöfferhofer Grapefruit Alkoholfrei. Im
weiter wachsenden Segment der alkoholfreien Biere konnte außerdem
Jever Fun sehr erfreulich punkten.

Die internationalen Marken der Radeberger Gruppe, vor allem
Guinness, Kilkenny, Stowford und Estrella Damm, verzeichneten
ebenfalls eine positive Entwicklung und konnten im Umsatz deutlich
zulegen. Mit Sol, dem mexikanischen Original, ergänzt seit
Jahresbeginn eine weitere starke und beliebte internationale Marke
das Portfolio der Radeberger Gruppe, die im Jahr 2016 erste wichtige
Schritte im deutschen Markt gemacht hat. Mit Captain Morgan Mutineer,
einem Flavoured Beer, kam zum Ende des Jahres eine weitere innovative
internationale Marke in das Portfolio der Unternehmensgruppe, die
neue Zielgruppen erschließen wird.

Im Exportgeschäft bewies die Radeberger Gruppe Konsequenz: Sie
setzt ihrem Grundsatz getreu auch im chinesischen Markt auf eine
Wertschöpfungsstrategie und trennte sich daher von margenschwachen
Absätzen. Diese Konsequenz in China schlug sich zwangsläufig in der
Umsatzstatistik nieder und führte im Jahr 2016 nach Jahren des
Wachstums zu einem leicht rückläufigen Exportumsatz.

Die alkoholfreien Getränke der Radeberger Gruppe entwickelten sich
insgesamt erfolgreich, allen voran das Mineralwasser Original
Selters, die Markenrange des Kooperationspartners PepsiCo und der
biologische Erfrischungstee Ti. Bionade schlug sich weiter
respektabel in einem hart umkämpften und von zahlreichen
Produktneueinführungen gekennzeichneten Limonaden- und
Erfrischungsgetränkemarkt.

Geschäftsbereich Sekt, Wein und Spirituosen mit leichtem Wachstum

Die Henkell & Co.-Gruppe verzeichnete im Jahr 2016 ein leichtes
Wachstum und steigerte die Umsatzerlöse (inklusive Verbrauchsteuern)
nominell um 0,3 % auf 691 Mio. Euro (Vorjahr: 689 Mio. Euro). Nach
Kürzung der Verbrauchsteuern gemäß Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz
(BilRUG) erzielte die Gruppe Umsatzerlöse von 502 Mio. Euro (Vorjahr:
501 Mio. Euro). Bereinigt um Akquisitions- und Kurseffekte konnten
die Umsatzerlöse organisch um 1,6 % auf 508 Mio. Euro erhöht werden.
Die im Inland erzielten Umsatzerlöse (inklusive Verbrauchsteuern)
beliefen sich auf 277 Mio. Euro (Vorjahr: 284 Mio. Euro), auf das
Ausland entfielen 414 Mio. Euro (Vorjahr: 405 Mio. Euro). Bei einem
anhaltend kompetitiven Inlandsgeschäft wurde das Kernmarkengeschäft
erfolgreich ausgebaut; die Umsätze im Premiumsektmarkt erhöhten sich
um 5,8 %. Aufgrund eines Rückgangs des Handelsmarkengeschäfts blieb
das Inlandsgeschäft gleichwohl insgesamt unter dem Niveau des
Vorjahres. Im Ausland waren Henkell & Co. Global und die Vereinigten
Staaten Wachstumstreiber, aber auch die Regionen West- und Osteuropa
trugen zum Wachstum bei.

Die Investitionen der Henkell & Co.-Gruppe beliefen sich auf 14
Mio. Euro, während es im Jahr zuvor 15 Mio. Euro waren. Vor dem
Hintergrund des weltweit anhaltenden Prosecco-Booms lag der
Investitionsschwerpunkt auf dem Ausbau des Standorts Mionetto in
Italien. Hinzu kamen Investitionen in Weinberge in Tschechien und
Ungarn zur qualitativen und quantitativen Absicherung der
inländischen Wein- und Sektproduktion sowie der Ausbau einer
Sektmanufaktur im Stammhaus in Wiesbaden. Die Anzahl der Mitarbeiter
veränderte sich im Berichtszeitraum auf 1.922 (Vorjahr: 1.972).

Auf dem deutschen Markt wurde das Markengeschäft weiter ausgebaut.
So konnten sowohl Fürst von Metternich als auch Mionetto Prosecco,
Henkell, Söhnlein Brillant und Kupferberg wachsen. Zudem gelang in
Deutschland eine vielversprechende Einführung der international
bereits erfolgreich etablierten Weinmarke i heart WINES. Auch Wodka
Gorbatschow entwickelte sich auf hohem Niveau deutlich positiv und
unterstützte damit maßgeblich das Wachstum der Spirituosensparte in
Deutschland.

Motor des westeuropäischen Wachstums waren Mionetto und i heart
WINES. Die beiden Marken bildeten die Grundlage für ein weiterhin
gutes Wachstum des Tochterunternehmens Copestick Murray in
Großbritannien. Aber auch in seinem Heimatmarkt Italien, der sich
insgesamt zweistellig positiv entwickelte, konnte Mionetto wachsen.
Zudem haben Henkell & Co. Österreich, Henkell & Co. Benelux sowie
Henkell & Co. Suomi zu der positiven Entwicklung in Westeuropa
beigetragen.

Das Henkell & Co.-Osteuropageschäft ist von den starken
Tochterunternehmen Bohemia in Tschechien, Törley in Ungarn und Hubert
in der Slowakei geprägt, die jeweils über mehr als 60 % Marktanteil
in ihren Ländern verfügen. Besonders positiv entwickelte sich Törley
dank imagestarker Kommunikation in der Saison und der neuen Marke
Törley Excellence.

Das außereuropäische Geschäft konnte ein deutliches Wachstum
aufweisen. Hierzu trugen die Vereinigten Staaten mit weiter
wachsendem Mionetto Prosecco ebenso bei wie die neu gegründete
Geschäftseinheit Henkell & Co. Global, die mit Sitz in Wiesbaden
nunmehr zentral die Exportvermarktung der gesamten Henkell &
Co.-Gruppe bündelt.

Das Weinsegment der Gruppe hat sich im Jahr 2016 weiter positiv
entwickelt. Einen überproportionalen Anteil daran hatte die
internationale Weinmarke i heart WINES. Besonders erfreulich mit
einem hohen zweistelligen Wachstum entwickelte sich die Weinmarke 50
Grad Riesling. Hinzu kommen die Weinmarken György Villa und Szent
Istvan (Ungarn), Habanske Sklepy und Vino Mikulov (Tschechien) sowie
die Vitis-Weine aus der Slowakei.

Die Kernmarken im Segment der Spirituosen entwickelten sich
insgesamt positiv. Die stärkste Marke ist Wodka Gorbatschow, seit
Mitte der siebziger Jahre Marktführer in Deutschland. Ergänzt wird
das Portfolio in Deutschland von Kuemmerling, Pott Rum, Batida de
Côco und Fürst Bismarck Doppelkorn; international zudem von Polens
Gin-Marktführer Lubuski Gin, dem führenden Brandy in der Slowakei,
Karpatské Brandy, und dem rumänischen Wermut Angelli.

Geschäftsbereich Schifffahrt verzeichnet Umsatzrückgang

Die Hamburg Süd-Gruppe konnte entgegen ihrer Prognose die Umsätze
nicht auf dem Vorjahresniveau halten. Im Jahr 2016 erwirtschaftete
die Gruppe einen Umsatz von 5.624 Mio. Euro, dies entspricht einem
Rückgang um 7,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Zwar konnte das
Transportvolumen um 7,2 % auf 4,4 Mio. TEU (1 TEU = 1
20-Fuß-Standardcontainer) gesteigert werden, infolge der anhaltenden
Überkapazitäten gingen allerdings die Frachterlöse pro
Einzeltransport um rund 15 % zurück. Bereinigt um Währungs- und
Akquisitionseffekte sind die Umsatzerlöse um 8,0 % auf 5.627 Mio.
Euro im Berichtsjahr gesunken. Die Investitionen betrugen 77 Mio.
Euro und lagen damit weit unter dem Vorjahresniveau. Angesichts des
schwachen Ladungswachstums waren keine zusätzlichen
Schiffsbestellungen erforderlich. Zudem waren die Investitionen in
die Schiffsflotte deutlich geringer, da die letzten Großschiffe der
"Cap San"-Klasse im Jahr 2016 abgeliefert wurden. Die Anzahl der
Beschäftigten erhöhte sich im Berichtszeitraum auf 6.300.

Über die Jahre hin weg konnte die Hamburg Süd-Gruppe das starke
Wachstum ihres Geschäfts und die Stärkung ihrer Vermögensbasis
weitgehend aus dem operativen Cashflow finanzieren. Nach dem
deutlichen Zuwachs des Transportvolumens in der Linienschifffahrt von
rund 22 % im Vorjahr, dem Einstieg in die Ost-West-Verkehre und der
Integration der CCNI-Aktivitäten war das Jahr 2016 geprägt von der
Konsolidierung und Restrukturierung der Liniendienste. In Anbetracht
steigender Überkapazitäten und des niedrigen globalen
Ladungswachstums, unter anderem bedingt durch die Krise der meisten
Volkswirtschaften Südamerikas, konnte die Hamburg Süd-Gruppe, ebenso
wie andere Linienreedereien, in diesem äußerst schwierigen und
belastenden Marktumfeld kein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen.

Auch die Bulkmärkte unterlagen weiterhin sehr schwierigen
Marktbedingungen und standen in diesem Jahr unter dem Einfluss von
Überkapazitäten und niedrigen Raten. Die Charterraten waren temporär
in diesem Jahr noch unter die Tiefststände aus dem Krisenjahr 2009
gefallen und konnten sich im Laufe des Jahres nicht erholen, sodass
der Umsatz in der Massengutschifffahrt deutlich unter den Erwartungen
geblieben ist. Einer der Haupttreiber hierfür war der Rückgang der
Kohle- und Eisenerzimporte in China. In Einzelfällen deckten die
Raten gerade noch die Betriebskosten der Schiffe. Im Bereich
Produktentankerfahrt wurden mehr Zeitcharterverträge abgeschlossen
als geplant, die im Vergleich zur Reisecharter deutlich niedrigere
Einnahmen erwirtschafteten. Dies führte zu einem niedrigeren
Gesamtumsatz auch in diesem Bereich.

Im Dezember 2016 hat die Dr. August Oetker KG den beabsichtigten
Verkauf der Hamburg Süd-Gruppe an den Marktführer Maersk Line A/S
bekannt gegeben. Da eine aktive Teilnahme an dem derzeit
stattfindenden Konsolidierungsprozess der Branche einen noch höheren
Kapitalbedarf erfordern würde, was zudem den Risikoausgleich
innerhalb der Oetker-Gruppe empfindlich stören würde, haben sich die
Gesellschafter der Oetker-Gruppe entschlossen, die Hamburg Süd in die
Hände neuer Eigentümer zu geben. Der globale Marktführer Maersk ist
aus ihrer Sicht der ideale Partner, um das erfolgreiche
Geschäftsmodell der Reederei zu bewahren und weiterzuentwickeln. Der
Kaufvertrag wurde im März 2017 unterzeichnet. Ende April 2017 haben
zudem die Gesellschafter und der Beirat der Dr. August Oetker KG den
von der Dr. August Oetker KG mit der Maersk Line A/S vereinbarten
Vertrag über den Verkauf der Hamburg Südamerikanische
Dampfschifffahrts-Gesellschaft KG (Hamburg Süd) einschließlich aller
Tochtergesellschaften sowie der zugehörigen Reedereien genehmigt.
Kartellbehörden der USA und der EU haben dem Verkauf, teilweise mit
Auflagen, ebenfalls bereits zugestimmt. Behörden in weiteren Ländern
sind noch mit der Prüfung der Unterlagen beschäftigt. Der Vollzug des
Kaufvertrags (Closing) soll nach Vorliegen aller behördlichen
Genehmigungen voraussichtlich zum Ende dieses Jahres erfolgen.

Unterschiedliche Entwicklungen im Geschäftsbereich Weitere
Interessen

Der Geschäftsbereich Weitere Interessen fasst Unternehmen der
Oetker-Gruppe zusammen, die in unterschiedlichen Branchen tätig sind.
Hierzu gehört Budenheim, die Oetker Collection, die OEDIV Oetker
Daten- und Informationsverarbeitung, die Handelsgesellschaft
Sparrenberg und Roland Transport. Im Hinblick auf die verschiedenen
Märkte haben sich die Firmen dieses Geschäftsbereiches
unterschiedlich entwickelt. Insgesamt erzielte der Geschäftsbereich
eine Umsatzsteigerung um 15,8 % auf 606 Mio. Euro. Dieses Wachstum
ist maßgeblich auf die Effekte aus der Erstanwendung des
Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) zurückzuführen, nach dem
nun auch das nicht betriebstypische Leistungsangebot als Umsatzerlöse
zu zeigen ist. Hieraus resultierende Umsatzeffekte in den fünf
konsolidierten Geschäftsbereichen werden in den sonstigen
Umsatzerlösen des Geschäftsbereiches Weitere Interessen ausgewiesen.
Nach Bereinigung um diese Effekte sowie um die Kurs- und
Akquisitionseinflüsse konnten die Umsatzerlöse im Jahr 2016 um 1,5 %
auf 605 Mio. Euro gesteigert werden. Die Ausgaben für Investitionen
betrugen 48 Mio. Euro für das Berichtsjahr. Im gleichen Zeitraum
wuchs die Zahl der Beschäftigten auf 2.503.

Entgegen dem Branchentrend in der Chemie konnte Budenheim 2016 den
Umsatz um 2,1 % auf 278 Mio. Euro steigern. Das Mengenwachstum belief
sich auf 4,1 %. Auch wenn sich die Unternehmensgruppe relativ gesehen
besser als der Wettbewerb und die Branche geschlagen hat, konnte
Budenheim seine sehr ambitionierten Wachstumsziele absolut betrachtet
nicht erreichen. Die Durchschnittspreise sanken leicht, unter anderem
aufgrund von Struktureffekten. Preiszugeständnisse mussten
wettbewerbsbedingt und infolge eines Rückgangs der Rohstoffkosten nur
in Einzelfällen im Geschäftsbereich Food Ingredients gemacht werden.
Die größten Wachstumsbeiträge verzeichneten die Geschäftsbereiche
Performance Materials und Material Ingredients. Regional betrachtet
erzielte Budenheim ein sehr erfreuliches Wachstum in Asien. Die
europäischen Märkte zeigten sich ebenfalls positiv. In Nordamerika
konnten die Vorjahresumsätze verteidigt werden. Rückläufig war der
Umsatz hingegen in Mittel- und Südamerika als Folge schwacher
Konjunkturen, aber teils auch beeinflusst von einer veränderten
Lebensmittel-Gesetzgebung.

Die Umsätze der Oetker Collection sind im Geschäftsjahr 2016 um
2,4 % auf 146 Mio. Euro gesunken und damit hinter den Erwartungen
zurückgeblieben. Ursache für den Rückgang war insbesondere die
negative Umsatzentwicklung im Hotel Le Bristol in Paris. Das Haus in
Paris hatte aufgrund der wirtschaftlich insgesamt nicht einfachen
Bedingungen in Frankreich bereits mit einem Umsatzrückgang gerechnet,
dieser ist allerdings höher ausgefallen als erwartet. Die Folgen der
Terroranschläge haben den Tourismus stark belastet.

Der Umsatzrückgang im Hotel Le Bristol Paris konnte nicht durch
die deutlichen Umsatzsteigerungen sowohl im Hotel du Cap-Eden-Roc in
Südfrankreich als auch im Brenners Park-Hotel & Spa in Baden-Baden
und bei der Oetker Hotel Management Company kompensiert werden. Die
Oetker Hotel Management Company hatte Mitte 2015 das Management der
Londoner Hotelikone The Lanesborough übernommen. Wie geplant führte
die nun zwölfmonatige Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr zu einer
Steigerung der Umsätze. Das Brenners Park-Hotel & Spa profitierte von
einem starken Anstieg der Übernachtungszahlen ausländischer Gäste und
konnte sowohl die Auslastung als auch die Durchschnittsrate merklich
steigern. Die Zahl der verkauften Übernachtungen in der Gruppe stieg
im Jahresvergleich insgesamt um 5,9 %.

Der Umsatz der OEDIV Oetker Daten- und Informationsverarbeitung
hat sich im Geschäftsjahr 2016 plankonform und damit erfreulich
weiterentwickelt. Der Trend zum Auslagern unternehmensinterner
IT-Infrastrukturen setzte sich im Mittelstand im vergangenen Jahr
fort. Ursächlich hierfür sind unter anderem zunehmende
Verfügbarkeitsanforderungen, die steigende technologische Komplexität
und nicht zuletzt fehlende IT-Fachkräfte im Mittelstand. Der
überwiegende Teil des Umsatzes der OEDIV entfiel auf deutsche Kunden
mit internationalen Standorten.

Aus Sicht der einzelnen Geschäftseinheiten trugen mit zirka zwei
Dritteln die Kernsegmente SAP und Microsoft den Großteil zum Umsatz
der OEDIV bei. Der Umsatz im Zusammenhang mit der noch
vergleichsweise neuen In-Memory-Technologie SAP HANA konnte
signifikant gesteigert werden. Weitere Wachstumstreiber waren die
erhöhte Nachfrage von Bestandskunden nach zusätzlichen, bisher nicht
genutzten Services aus dem OEDIV-Leistungsportfolio sowie
wachstumsbedingte Erweiterungen an bestehenden Infrastrukturen. Auch
die erfolgreiche Akquise von Neukunden hat für weiteres
Umsatzwachstum gesorgt, wenngleich diese deutlich geringer
ausgefallen ist als in den Vorjahren.

Geschäftsbereich Bank

Die Bankhaus Lampe KG bildet mit ihren Tochtergesellschaften den
Geschäftsbereich Bank und zählt zu den führenden unabhängigen sowie
von persönlich haftenden Gesellschaftern geführten Privatbanken in
Deutschland. Weitere Standorte befinden sich in London, New York und
Wien. In der Geschäftstätigkeit fokussiert sich die Bank auf die
Beratung und Betreuung der drei Zielkundengruppen vermögende
Privatkunden, Unternehmen und institutionelle Kunden. Sie wird
mittels der Equity-Methode im Konzernabschluss berücksichtigt. Für
weitergehende Informationen wird auf den separaten Geschäftsbericht
und die dazugehörige Presseinformation der Bank verwiesen.

Eine durchaus noch zufriedenstellende Ergebnisentwicklung der
Oetker-Gruppe

Nach Angaben von Dr. Albert Christmann liegt das Ergebnis der
Gruppe im zufriedenstellenden Bereich. Die Konzernbilanz der
Oetker-Gruppe schloss mit einer Bilanzsumme von 8.896 Mio. Euro
(Vorjahr: 8.812 Mio. Euro). Ursächlich für die Erhöhung der
Bilanzsumme waren insbesondere der operativ bedingte Anstieg des
Umlaufvermögens sowie der höhere Bestand an liquiden Mitteln. Dagegen
hat sich das Anlagevermögen vermindert, da die Investitionen, vor
allem im Schifffahrtsbereich, unter den Abschreibungen lagen. Das
Festkapital der Dr. August Oetker KG blieb mit 450 Mio. Euro
konstant. Das gesamte offen ausgewiesene Eigenkapital im
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 belief sich auf 3.648 Mio.
Euro und wuchs damit gegenüber dem Vorjahr um 35 Mio. Euro. Die
Eigenkapitalquote lag unverändert bei 41,0 %.

Zum Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr sagte Dr. Christmann:
"Die ersten Monate des laufenden Geschäftsjahres haben gezeigt, dass
wir uns in allen Bereichen mit organischem Wachstum und gezielten
Akquisitionen einem immer stärker werdenden internationalen und
teilweise disruptiven Wettbewerb stellen müssen. Deswegen
antizipieren wir die Chancen, die die Digitalisierung uns bietet, in
unseren Geschäftsmodellen und richten Produkte, Dienstleistungen und
Strukturen danach aus."

Anmerkungen:

Die im Geschäftsbericht 2016 enthaltenen Prozentzahlen beziehen
sich auf die exakten Beträge, nicht auf die gerundeten Summen.
Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen
(Euro, Prozent usw.) nicht genau zur angegebenen Summe aufaddieren
lassen.

Aus der Erstanwendung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes
(BilRUG) zum 1. Januar 2016 ergibt sich ein Abzug sonstiger direkt
mit dem Umsatz verbundener Steuern von den Umsatzerlösen. Für eine
bessere Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen entsprechend um
die Verbrauchsteuern angepasst.

Diese Unterlagen können Sie ab dem 20. Juni 2017, 12:00 Uhr, im
Pressebereich der Oetker-Gruppe abrufen: www.oetker-gruppe.de



Pressekontakt:
Dr. August Oetker KG
Hauptabteilung Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Jörg Schillinger
Tel.: +49 (0) 521/155-2619
Fax: +49 (0) 521/155-112619
E-Mail: joerg.schillinger@oetker.de

Dr. August Oetker KG
Hauptabteilung Öffentlichkeitsarbeit
Julia Tiemann
Tel. +49 (0) 521/155-2349
Fax: +49 (0) 521/ 155-112349
E-Mail: julia.tiemann@oetker.de

Original-Content von: OETKER-GRUPPE, übermittelt durch news aktuell

ID: 56603 | Quelle: ots | Datum: 20.06.2017

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