NOZ: Bauern fordern national einheitliches Vorgehen beim Tierwohl

NOZ: Bauern fordern national einheitliches Vorgehen beim Tierwohl

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Osnabrück (ots) - Bauern fordern national einheitliches Vorgehen
beim Tierwohl

Verbands-Vize Hilse: Wer Durchbruch will, braucht nationale
Strategie

Osnabrück. Die Bauern in Deutschland fordern eine national
einheitliche Strategie für mehr Tierwohl. Im Interview mit der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch) sagte Bauernverbands-Vizepräsident
Werner Hilse: "Wer den Durchbruch beim Tierwohl will, braucht eine
nationale Nutztierstrategie." Hilse bemängelte, dass es sowohl
vonseiten der Wirtschaft als auch in zahlreichen Bundesländern
entsprechende Bemühungen gebe mit teils ganz unterschiedlichen
Vorstellungen und Ansätzen. "Das geht so nicht", sagte Hilse.

Der Vorsitzende des niedersächsischen Bauernverbandes Landvolk
forderte: "Der Bauer in Niedersachsen muss die gleichen
Voraussetzungen haben wie derjenige in Bayern oder Brandenburg." Am
Mittwoch kommen Landwirte aus ganz Deutschland in Osnabrück zusammen,
um über die Zukunft der Tierhaltung zu sprechen.

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Bauern warnen: Deutschland gehen die Ferkel aus

Immer weniger Sauenhalter - Verbands-Vize Hilse setzt wenig
Hoffnung auf staatliches Tierschutz-Label

Osnabrück. Bauernverbands-Vizepräsident Werner Hilse warnt vor den
Auswirkungen des starken Rückgangs der Sauenhalter. Im Interview mit
der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch) sagte Hilse: "Man kann
feststellen, dass Deutschland langsam aber sicher die Ferkel
ausgehen." Bereits jetzt würden 20 Prozent des Schweine-Nachwuchses
aus Dänemark oder den Niederlanden importiert. Immer mehr Sauenhalter
in Deutschland würden indes aufgeben, allein im Agrarland
Niedersachsen seit 2013 jeder Vierte.

Angesichts der vom Berliner Justizsenator angekündigten
Verfassungsklage gegen die deutsche Schweinehaltung, stimmte Hilse
seine Berufskollegen auf mögliche Konsequenzen ein: "Die Klage wird
zu keinem Haltungsverbot von Schweinen in Deutschland führen. Aber
wir müssen uns im Klaren sein, dass das Gericht möglicherweise
Bedingungen festlegen wird, die die Politik als Gesetzgeber danach
umsetzen muss." Dann seien die Bauern gefragt zu handeln.

Wenig Hoffnungen setzt der Vorsitzende des niedersächsischen
Landvolks in das geplante staatliche Tierwohllabel. "Das staatliche
Label wird immer in der Nische bleiben, weil das Fleisch exorbitant
teurer wird", sagte Hilse. Etwa 20 Prozent des Schweins, darunter
Schnauze oder Pfoten, könnten in Deutschland nicht vermarktet werden
und müssten exportiert werden. Weil im Ausland aber kein Mehrpreis
für das deutsche Tierwohllabel gezahlt werde, müssten die Kosten auf
den Preis der in Deutschland verkauften Teile aufgerechnet werden.

Hilse kritisierte zudem, dass sich Systemgastronomie-Ketten wie
McDonald's nicht an dem Label beteiligten. Über ihre Filialen würde
ein großer Anteil des in Deutschland hergestellten Fleisches
verkauft. Am Mittwoch kommen Landwirte aus ganz Deutschland in
Osnabrück zusammen, um beim sogenannten Veredlungstag über
Tierhaltung zu diskutieren.



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Neue Osnabrücker Zeitung
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ID: 65172 | Quelle: ots | Datum: 20.09.2017

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