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Gabriel auf der IAA: Gegen Fahrverbote und Enddatum des Verbrenners - Gemeinsames Symposium von VDA und IG Metall

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Frankfurt (ots) -

Europäische Klimaschutzpolitik muss Resultat einer gemeinsamen
Kraftanstrengung von Industrie und Politik sein!

MANUSKRIPT MIT O-TÖNEN

Anmoderation:

Die IAA in Frankfurt wartete heute mit einem echten Höhepunkt auf.
Auf einem hochkarätig besetzten gemeinsamen Symposium des Verbands
der Automobilindustrie und der IG Metall sprach Vizekanzler und
Außenminister Sigmar Gabriel zum Auftakt, danach diskutierten
IG-Metall, Betriebsratschefs und Topmanager Zukunftsfragen der
Automobilindustrie. Die Herausforderungen sind groß, denn mit dem
Pariser Abkommen zum Klimaschutz hat sich die Europäische Union zu
neuen CO2-Reduktionszielen verpflichtet und stellt damit die gesamte
Mobilitätsbranche vor enorme Herausforderungen. VDA-Präsident
Matthias Wissmann machte in seinem Grußwort deutlich, dass die
deutsche Automobilindustrie für die Herausforderungen der Zukunft
bestens gewappnet sei. Gleichzeitig stellte er aber klar:

O-Ton Matthias Wissmann

Wir halten am Verbrennungsmotor fest und wir wissen, dass er noch
enorme Effizienzpotentiale hat, die wir in den nächsten Jahren
gewinnen können - ökonomisch und ökologisch. Und wir halten auch am
Diesel fest, denn wir wissen, dass die allerneueste Generation des
Diesels die letzte verbliebene Baustelle "Stickoxide" schließen wird
und geschlossen hat, wie wir an einzelnen Motoren bereits sehen.
(0:27)

Aus diesem Grund kritisierte Wissmann jede politisch motivierte
Zielsetzung über ein Enddatum des Verbrennungsmotors. Auch
Vizekanzler Sigmar Gabriel sprach sich ausdrücklich für den
Verbrennungsmotor, gegen Fahrverbote und die blaue Plakette aus und
stärkte der deutschen Automobilindustrie den Rücken:

O-Ton Sigmar Gabriel

Ich stimme Herrn Wissmann ausdrücklich zu. Wer damit jetzt beim
Diesel beginnt, wird ganz schnell bei einer Debatte über den
Ottomotor landen. Nicht nur wegen der CO2-Debatte, sondern auch, weil
das dann der nächste Modetrend ist, dem in der Öffentlichkeit
hinterhergelaufen wird. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir kein
Ende des Verbrennungsmotors beschließen dürfen und keine politische
Debatte fortsetzen dürfen, bei der sozusagen nur der der Kluge,
Aufgeschlossene, Zukunftsgewandte ist, der sich für ein Ende der
Verbrennungsmotoren einsetzt, sondern wir müssen natürlich den
Schritt zur Verstärkung der Elektromobilität gehen. Wir dürfen dabei
die Potentiale des Verbrennungsmotors, egal ob bei Otto oder Diesel,
nicht aus dem Blick verlieren. Und wir müssen aufhören, über die
Probleme des Diesels von gestern zu diskutieren, weil die deutschen
Automobilunternehmen schon längst einen Diesel von heute herstellen
können, der die gleichen Probleme wie der von gestern überhaupt nicht
mehr besitzt. (0:57)

Jeder siebte Arbeitsplatz hierzulande hängt direkt oder indirekt
von den Automobilherstellern und Zulieferern ab. Um die Beschäftigung
in der deutschen Automobilindustrie zu sichern, ist für den
IG-Metall-Vorsitzenden Jörg Hofmann deshalb klar: Es muss ein
technologieoffener Wettbewerb um die Antriebstechnologie der Zukunft
geführt werden. Und um das europäische Ziel von 95 Gramm CO2-Ausstoß
pro Kilometer im Jahr 2020 zu erreichen, sei nicht nur die
Autoindustrie gefordert, zudem müssten mehr leistungsfähige
Elektroautos auf die Straße. Auch die Politik stehe in der
Verantwortung, so der IG-Metall-Vorsitzende:

O-Ton Jörg Hofmann

Wer heute über feste Quoten für E-Mobilität philosophiert, ohne
eine Antwort zu geben, wie etwa die Energienetze und
Energieversorgung aussehen können, um diese Quoten zu ertragen, ohne,
dass wir bis heute verlässliche Investitionsplanungen der
europäischen Energieversorger haben, handelt fahrlässig. Und deswegen
ist das klare Fazit an dieser Stelle, dass es eine gemeinsame
Kraftanstrengung aller maßgeblichen Akteure geben muss, wollen wir
einen Elektromobilitätsanteil von 20 bis 25 Prozent in Europa
erreichen. (0'38)

Auf diese gemeinsamen Anstrengungen verwies auch VDA-Präsident
Matthias Wissmann und sprach sich gegen feste E-Quoten aus, die
ausschließlich die Automobilindustrie in die Verantwortung nehmen.
Technologieoffenheit müsse auch in Brüssel akzeptiert werden:

O-Ton Matthias Wissmann

Wenn wir gemeinsam unterwegs sind, dann haben wir auch Erfolg. Wir
wehren uns nicht gegen strenge Regeln, gegen klare Rahmenbedingungen.
Aber wir wehren uns gegen jeden, der uns Technologien vorschreiben
will. Noch nie waren Bürokraten bei der technischen Innovation klüger
als Ingenieure, Erfinder, Arbeitnehmer in Unternehmen, die sich im
Wettbewerb behaupten müssen. Und deswegen plädieren wir massiv für
Technologieoffenheit. (0'30)

Abmoderation:

Die Automobilindustrie auf der Schwelle zu einem neuen
Technologiezeitalter. Auf einem gemeinsamen Symposium des VDA und der
IG Metall diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und
Forschung heute über die Mobilität der Zukunft. Noch bis zum Sonntag
(24.09.) kann sich jeder auf der IAA Pkw in Frankfurt über die
neuesten Innovationen in Sachen Antriebstechnologien, Digitalisierung
und Automatisierung informieren.

ACHTUNG REDAKTIONEN:

Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte
an ots.audio@newsaktuell.de.



Pressekontakt:
Ansprechpartner:
VDA, Eckehart Rotter, 030 897842 120
all4radio, Hannes Brühl, 0711 3277759 0

Original-Content von: VDA Verband der Automobilindustrie e.V., übermittelt durch news aktuell

ID: 65129 | Quelle: ots | Datum: 19.09.2017

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