Roland Berger - E-Mobilität: China übernimmt erstmalig Gesamtführung und unterstreicht seine Dominanz in den Feldern Markt und Industrie - Deutschland verliert Spitze bei Technologie an Frankreich ...

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E-Mobilität: China übernimmt erstmalig Gesamtführung und unterstreicht seine Dominanz in den Feldern Markt und Industrie - Deutschland verliert Spitze bei Technologie an Frankreich

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München/Aachen (ots) -

- "Index Elektromobilität Q2/2017" von Roland Berger und der
Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen Aachen (fka): China bei den
Rankings Markt und Industrie spitze; Frankreich bei Technologie
- Zellproduktion in Deutschland 2016 eingestellt; Batterieproduzenten
stammen fast ausschließlich aus Asien
- Absatz der neu verkauften E-Autos in China verdoppelt sich 2016 auf
über 350.000
- Staatliche Förderung und boomende Start-Up-Szene festigen positiven
Trend in China - lokale Automobil-Startups greifen Premiumsegment an
- Deutscher Markt für Elektrofahrzeuge wächst zu langsam: Deutsche
Hersteller könnten Flottenemissionsziele der Europäischen Union
verfehlen

Im neuen "Index Elektromobilität", den Roland Berger und die
Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen (fka) für das zweite
Quartal 2017 erstellt haben, verliert Deutschland seine
Spitzenposition im Ranking Technologie an Frankreich. Im ersten
Quartal belegten beide Länder noch gemeinsam den ersten Platz. Grund
für diese Verschiebung ist vor allem der zunehmende Anteil an
Plug-In-Fahrzeugen im Portfolio deutscher Automobilhersteller. Diese
besitzen geringere elektrische Reichweiten und
Höchstgeschwindigkeiten. Außerdem nutzen Plug-In-Fahrzeuge aufgrund
der geringeren Batteriekapazität einfachere Ladetechnologien.

Der "Index Elektromobilität" vergleicht regelmäßig die relative
Wettbewerbsposition der sieben Automobilnationen Deutschland,
Frankreich, Italien, USA, Japan, China und Südkorea im Bereich der
Elektromobilität. Die Länder werden nach den Indikatoren Technologie,
Industrie und Markt bemessen. Dabei übernimmt China aufgrund der
Topplatzierungen bei Industrie und Markt im zweiten Quartal 2017 zum
ersten Mal die Gesamtführung. "Chinas Aufstieg wird durch nationale
Fördergelder und Zulassungserleichterungen gestützt", erklärt
Wolfgang Bernhart, Partner von Roland Berger. "Außerdem sehen wir auf
dem chinesischen Markt viele technologiestarke Start-Ups, die sich
mit ausreichend Kapital Schritt für Schritt im Premiumsegment
etablieren."

Ranking Industrie: China an der Spitze

China profitiert im Ranking Industrie von den großen
Produktionsvolumina heimischer Hersteller. In den Jahren 2015-2019
stellen diese rund 3,5 Millionen Elektrofahrzeuge her. Die
zweiplatzierten amerikanischen Hersteller produzierten im gleichen
Zeitraum gerade mal ein Drittel dieses Volumens. Dabei werden über 90
Prozent der Fahrzeuge mit Lithium-Ionen-Zellen aus lokaler Fertigung
bedient. Deshalb steigt China auch zum weltweit führenden Anbieter im
Bereich der Zellfertigung gemessen am Produktionsumfang.

"Die großen deutschen Automobilhersteller produzieren mehr
Elektroautos", sagt Alexander Busse, Consultant bei der fka.
"Allerdings ist 2016 die ohnehin niedrige, lokale Zellfertigung in
Deutschland komplett weggebrochen." Aus diesem Grund befindet sich
Deutschland im Industrieranking nur auf Platz vier hinter Japan. "In
ganz Europa existiert im Bereich Zellfertigung deutlicher
Nachholbedarf gegenüber Asien", warnt Busse.

Deutsche Hersteller könnten EU-Flottenemissionsziele verfehlen
Auch im Ranking Markt gibt das Reich der Mitte den Ton an: Der Absatz
der neuverkauften E-Autos verdoppelte sich in China im Jahr 2016 -
auf rund 350.000 Fahrzeuge. Frankreich hält trotz geringerem
Absatzvolumen mit, da es einen höheren Marktanteil von E-Fahrzeugen
im Vergleich zum Gesamtmarkt aufweisen kann.

Im Markt-Ranking erreicht Deutschland nur den vierten Platz mit
rund 28.000 neu zugelassenen Plug-In Hybriden und rein elektrischen
Autos im Jahr 2016 - dies entspricht gerade mal 0,8 Prozent am
gesamten Fahrzeugmarkt. "Das gefährdet die von der Europäischen Union
festgelegten Flottenemissionsziele, die Automobilhersteller nach 2021
erreichen müssen", warnt Stefan Riederle, Experte von Roland Berger.
"Stärkere staatliche Anreize und der Ausbau der
Schnellladeinfrastruktur in Deutschland könnten hier sicherlich die
Marktentwicklung beflügeln."

Chinesische Start-Ups greifen Premiumsegment an

Auf eine starke staatliche Förderung kann der Erfolg der
Elektromobilität in China zurückgeführt werden. Allein im Jahr 2015
stellte die chinesiche Regierung über eine Milliarde Euro für die
E-Mobilität zur Verfügung. Aufgrund von Betrugs- und
Missbrauchsfällen kürzte China allerdings gegen Ende 2016 die
staatlichen Gelder um rund 20 Prozent. Doch insgesamt hält das Land
an seinen Subventionen und ambitionierten Zielen fest: Bis 2025
sollen 15 bis 20 Prozent der verkauften Neuwagen E-Fahrzeuge sein.
Bis 2030 sollen es sogar 40 bis 50 Prozent sein.

Um diese Ziele zu erreichen fokussiert sich China nicht nur auf
Fördermittel, sondern auch auf innovative Start-Ups im
Automotive-Bereich, die ausschließlich auf Elektroantrieb und
autonomes Fahren setzen. "Wir sehen einen richtigen Boom chinesischer
Start-Ups", beschreibt Wolfgang Bernhart die Situation. "Mit
kapitalstarken Investoren, erfahrenen Managern aus der
Automobilbranche, globalen Entwicklungszentren und innovativen
Geschäftsmodellen greifen die Startups das Premiumsegment an."

Die immer stärkere Präsenz von dynamischen Startups auf dem
chinesischen Markt setzt auch die etablierten Automobilhersteller
zunehmend unter Druck: "Die großen europäischen OEMs müssen hier
flexibler werden, um den Marktanschluss nicht zu verpassen", warnt
Stefan Riederle. "Die klassischen Produktzyklen von sieben Jahren
sind heute nicht mehr gefragt. Unternehmen sollten insgesamt
schneller, flexibler und innovativer in ihren Angeboten werden."

Den Index Elektromobilität können Sie herunterladen unter:
www.rolandberger.de/pressemitteilungen
oder
www.fka.de/consulting

Roland Berger

Roland Berger, 1967 gegründet, ist die einzige der weltweit
führenden Unternehmensberatungen mit deutscher Herkunft und
europäischen Wurzeln. Mit rund 2.400 Mitarbeitern in 34 Ländern ist
das Unternehmen in allen global wichtigen Märkten erfolgreich aktiv.
Die 50 Büros von Roland Berger befinden sich an zentralen
Wirtschaftsstandorten weltweit. Das Beratungsunternehmen ist eine
unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 220
Partnern.

Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen (fka)

Die Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen (fka) bietet
als Partner der Automobilindustrie innovative fahrzeugtechnische
Lösungen und strategische Beratung. Ausgehend vom Gesamtfahrzeug
entwickelt fka dabei Konzepte und Strategien zu den Leitthemen
Energieeffizienz, Sicherheit und Fahrerlebnis.



Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Tobias Esslinger
Roland Berger
Pressestelle
Tel.: +49 89 9230-8483
E-Mail: Tobias.Esslinger@rolandberger.com
www.rolandberger.com

Original-Content von: Roland Berger, übermittelt durch news aktuell

ID: 56377 | Quelle: ots | Datum: 19.06.2017

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