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Börsen-Zeitung: Rekord zum Jubiläum, Kommentar zu US-Kreditkarten von Stefan Paravicini

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Frankfurt (ots) - Aus den USA wird pünktlich zum zehnjährigen
Jubiläum des Ausbruchs der Finanzkrise der nächste Schuldenrekord
gemeldet. Standen die US-Haushalte bereits zum Ende des ersten
Quartals mit 12,7 Bill. Dollar so tief in der Kreide wie noch nie,
haben die Verbraucher jetzt auch ihre Kreditkartenschulden auf ein
Allzeithoch geschraubt. Nachdem im Februar erstmals seit 2008 das
Kartenlimit von 1 Bill. Dollar überschritten wurde, haben sich auf
den Kreditkartenkonten nach Angaben der US-Notenbank bis Ende Juni
1,021 Bill. Dollar Miese angesammelt. Zusammen mit gestiegenen
Autokrediten und Studentendarlehen liegt die Verschuldung bei 3,9
Bill. Dollar. Hinzu kommen Hypothekenschulden, die Ende März gut 8,6
Bill. Dollar ausmachten.

Mit den Schulden der US-Verbraucher wächst auch die Zahl der
Marktbeobachter, die vor einer neuerlichen Subprime-Krise in den USA
warnen. Denn die Ausweitung von Kreditkartenbilanzen und Autokrediten
ist den US-Banken zuletzt nur gelungen, weil sie bei der Bewertung
von Kreditrisiken wieder öfter ein oder gleich zwei Augen zudrücken.
Der Anteil der Kreditkunden aus dem Subprime-Segment hat signifikant
zugenommen, was sich auch in gestiegenen Ausfallquoten und höheren
Rückstellungen der Banken niederschlägt.

Im zweiten Quartal haben die acht größten Anbieter von
Kreditkarten in den USA mit 3,29% der ausstehenden
Kreditkartenschulden in ihrem Portfolio einen so hohen Anteil wie
zuletzt vor vier Jahren verloren gegeben. Es war nach Angaben von
Fitch Ratings das fünfte Quartal in Folge, in dem diese Kennziffer
gestiegen ist. Dazu passt, dass die US-Verbraucher nach Einschätzung
von Barclays von ihrem verfügbaren Nachsteuereinkommen so viel für
den Schuldendienst aufwenden wie seit 2009 nicht mehr. Die American
Bankers Association hält dagegen, dass die Kreditkartenschulden
gemessen am verfügbaren Einkommen im ersten Quartal sogar gesunken
sind.

Wer noch unentschieden ist, ob man jetzt Alarm schlagen oder von
einer Normalisierung sprechen sollte, wird von Analysten auf den
starken US-Arbeitsmarkt verwiesen. Denn wer einen Job hat, der
bezahlt erfahrungsgemäß auch seine Schulden. Im diesjährigen
Stresstest der Federal Reserve sind die Risiken im
Kreditkartenportfolio dennoch in die erste Reihe aufgerückt. Den
Banken hätten im Krisenszenario der Fed Verluste in der Größenordnung
von 100 Mrd. Dollar ins Haus gestanden. Ähnlich hohe Abschreibungen
mussten die Institute im Zuge der Finanzkrise auf ihr
Kreditkartenportfolio vornehmen.



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ID: 61782 | Quelle: ots | Datum: 08.08.2017

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